Im Saal gab es stehenden Applaus, im Netz sind die Meinungen gespalten: Kabarettist Lars Reichow teilte im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gegen die AfD aus. Mit heftigen Worten.
Ob Klima-Proteste, Panzer-Lieferungen oder Integration – dem Karneval ist kein Thema zu ernst. Besonders heftig ging es am Wochenende in der ARD-Sendung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht” zu. Der Kabarettist und Büttenredner Lars Reichow attackierte wenig literarisch die AfD in einer vergifteten Gratulation zu ihrem 10-jährigen Bestehen.
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„Haufen ungehobelter Arschlöcher”
„Die AfD wird finanziert von Personen und Regierungen, mit dem Ziel, unsere Gesellschaft zu spalten und unsere Staatsform zu verhöhnen. Sie ist eine nutzlose, rassistische und extremistische Partei, geführt von radikalen, gestörten und gescheiterten Persönlichkeiten”, so Reichow. Zum Abschluss seines Auftritts wurde er noch deutlicher: „Die AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag ist ein Haufen ungehobelter Arschlöcher. Herzlichen Glückwunsch.”
Reaktionen auf die AfD-Attacke
Im Saal gab es dafür lautstarken, teils stehenden Applaus vom Publikum. In den sozialen Netzwerken wurde Reichows Auftritt ganz unterschiedlich aufgenommen. Während einige Nutzer Reichow für seine klaren Worte danken und seine Rede loben, sehen andere darin Hetze und Hassrede gegen Andersdenkende. Das wiege umso schwerer, weil die Sendung von einem öffentlich-rechtlichen Sender produziert und übertragen werde.
Immer wieder Ärger mit dem Narren-Humor
Erst vor zwei Wochen hatte die Karnevalsrede der FDP-Bundestagsabgeordneten Marie-Agnes Strack-Zimmermann in Aachen für Ärger gesorgt. Darin hatte sie unter anderem den CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz, der selbst im Publikum saß, heftig attackiert.
Die Mainzer Karnevalisten sind Ärger mit der AfD und ihren Anhängern inzwischen gewohnt. 2020 war es der heutige Sitzungspräsident Andreas Schmitt, der in seiner Rolle als „Obermessdiener” der AfD die Leviten las und daraufhin im öffentlichen Feuer stand.




