Willi Haentjes

Was für ein unwürdiges Bond-Ende!

07.10.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Sein letzter Einsatz als 007: Daniel Craig spielte fünf Mal James Bond, jetzt ist Schluss mit Spion Foto: Nicola Dove/AP

Achtung: Lesen Sie diesen Text nicht, wenn Sie den neuen Bond-Film im Kino sehen wollen – und das Ende eine Überraschung sein soll.

Wenn Sie das Ende kennen und sich maßlos darüber ärgern: Herzlich willkommen im Club.

Bisher konnten wir uns auf zwei Dinge im Leben verlassen: den eigenen Tod. Und, dass James Bond jedes Drehbuch überlebt. Egal, wie viele Maschinengewehre auf ihn feuern, egal, wie viel Gift durch seine Adern pumpt: 007 steht immer wieder auf. Er ist unsterblich.

Dieses Gesetz wurde nun gebrochen. James Bond stirbt. Filmtod in „Keine Zeit zu sterben“.

Ich finde das weder kreativ noch erfrischend, sondern anmaßend und unanständig.

Die Figur 007 ist größer als jeder Schauspieler, der sie verkörpert hat. Sean Connery und Pierce Brosnan haben die Lizenz zum Töten wie einen Walther-Staffelstab weitergegeben. Als Garantie für ein Happy End und nächsten Kinofilm.

Nur für Daniel Craig gelten offenbar andere Regeln. Sein letzter Film endet nicht im wohlverdienten Strandurlaub nach erfolgreicher Rettung der Welt, sondern hoffnungslos im Raketenhagel. Der größte Spion aller Zeiten, unwürdig und anonym pulverisiert.

Die Filmemacher erheben sich mit ihrem Finale über den 007-Kult, weil sie Craig ein Denkmal setzen wollten. Sie haben Bond sterben lassen, um sich selbst zu verewigen.

Jeder 007 hatte die verdammte Pflicht, die Rolle neu zu erfinden. Der neue Bond muss sie wiederbeleben. Craig, den ich bewundere, hinterlässt ein Grab als Erbe. Was für ein peinliches Ende für einen großartigen Bond-Darsteller.

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