Alexander von Schönburg

Ich bin froh, dass wir Daniel Craig los sind

12.10.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Schauspieler Daniel Craig ist derzeit in „Keine Zeit zu sterben“ zum letzten Mal als James Bond zu sehen Foto: Universal Pictures

Ab heute schreibe ich wieder hier. Der Grund für meine lange Abwesenheit könnte kaum trauriger sein: der Tod meiner Mutter.

Ich konnte wochenlang nichts denken, nichts lesen, nichts schreiben. Mamis Tod ist für mich eine Katastrophe kosmischen Ausmaßes. Der Tod ist immer eine Katastrophe. Egal, ob er sich vor, kurz nach der Geburt oder am Ende eines langen, wie in Mamis Fall, fast 92 Jahre langen Lebens, ereignet.

Ein kleiner Trost ist, dass ich sie auf ihrem letzten Weg begleiten durfte.

Und das in einer Stadt, Regensburg, die mich bei tränenreichen Spaziergängen auf Schritt und Tritt daran erinnerte, dass es die Ewigkeit gibt. In der Mitte der Altstadt, mit ihrer mehr als 2000 jährigen Baugeschichte, ragt wie eine riesige Fichte der Dom empor. Er zeigt nach oben. Ein Fingerzeig.

Um vor dem Eintritt in den Redaktionsalltag Kraft zu tanken, konnte ich mich noch ein paar Tage in die Schweiz absetzen und meinen Patensohn im Berner Oberland besuchen.

Wir versuchten, uns mit Wandern abzulenken. Und wir sind in das kleine Kino von Gstaad, um den neuen Bond-Film zu sehen.

Er war mieser als befürchtet.

Ich bin froh, dass wir Daniel Craig los sind. Seine Anzüge sind schlecht geschnitten, seine Krawattenknoten zu dick, vor allem gehen ihm Charme und Eleganz ab – jene Leichtigkeit (oder „désinvolture“, wie Ernst Jünger es genannt hätte), die Ian Fleming seinem Helden einst auf den Leib schrieb.

Anderntags besuchten wir St. Josef, die kleine Dorfkirche von Gstaad. Interessanterweise waren mein Neffe und ich die einzigen Gottesdienst-Besucher, die nicht zum philippinischen Hauspersonal hier ansässiger Oligarchen und Scheichs zählten.

Früher sah man hier auch italienische Prinzessinnen oder es verirrte sich ein Hollywood-Star hierher.

Vorbei. Die machen alle inzwischen Yoga oder haben Haus-Schamanen.

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