Von Gunnar Schupelius

Darum brauchen wir eine Demo gegen links

06.03.2024
Lesedauer: 3 Minuten
Waldbesetzer am Tesla-Gelände: „Leuchtfeuer gegen Kapital, Patriarchat,Kolonialismus und Tesla entzündet“ Foto: Patrick Pleul/dpa

Die Zerstörer der Stromversorgung von Tesla gingen gezielt vor und haben viele Sympathisanten. Sie nennen sich „Vulkangruppe“ und kündigen an, dass sie die Tesla-Werke sabotieren und zur Aufgabe zwingen wollen.

Ihr Bekennerschreiben ist wirr und aggressiv zugleich. Sie hätten ein „Leuchtfeuer gegen Kapital, Patriarchat, Kolonialismus und Tesla entzündet“, schreiben sie. Die Erde werde „vergewaltigt“ durch „neoliberale und patriarchale und neokoloniale Raubtierkapitalisten“ und „Technofaschisten“. Damit meinen Sie den Firmeninhaber Elon Musk und seine Mitarbeiter.

Es ist eine Orgie der Worthülsen aus dem Fundus des Steinzeitmarxismus. Der Text erinnert an die endlosen Phrasen in den Bekennerbriefen der „Rote Armee Fraktion“ (RAF), deren letzte Mitglieder noch auf der Flucht sind. Und genau so, wie es die RAF ernst meinte und Manager und Politiker erschoss, so meinen es die militanten Mitglieder der „Vulkangruppe“ ernst damit, Tesla zu zerstören.

Sie bleiben im Untergrund, ihre Freunde aber sitzen hoch in den Baumhäusern im Wald neben den Tesla-Werken. Die Waldbesetzer wurden von den Politikern und Journalisten als harmlos eingestuft, ihre „mobile vegane Küche“ wurde bewundert.

Die Polizei zog sich auf Anweisung der Brandenburger Landesregierung (SPD, CDU, Grüne) zurück, obwohl sie hätte eingreifen müssen. Denn zwischen den sogenannten friedlichen Demonstranten und den militanten gibt es bekanntlich Verbindungen und Überschneidungen.

Tesla ist nur das symbolische Ziel eines groß angelegten Kampfes, zu dem sich die linke Szene aufgemacht hat, die sich zuletzt im Hambacher Forst und in Lützerath austobte. Da ging es um den Kampf gegen die Braunkohle, jetzt geht es gegen Elektroautos.

Tatsächlich geht es weder um Kohle noch um Elektroautos, sondern um das „kapitalistische System“, womit die indoktrinierten jungen Leute die soziale Marktwirtschaft und die parlamentarische Demokratie meinen. Beides wollen sie beseitigen, denn nur so sei der Klimawandel aufzuhalten. Das ist die verrückte Logik, nach der sie handeln. So kann man sich eine Ideologie erschaffen und darin verrennen.

Die Klimaaktivistin Luisa Poettinger, die auch Demonstrationen „gegen rechts“ organisiert, ist ein gutes Beispiel: Sie solidarisiert sich mit den Tesla-Attentätern: „Jeder Tag des Produktionsstopps bei #Tesla ist ein guter Tag für unsere ­Umwelt“, schreibt sie auf X.

Und dieselbe linksextreme Szene, die von der Vulkangruppe bis zu den Klimaklebern reicht, gibt sich auch noch als Schutzmacht der RAF-Terroristen zu erkennen und behindert die Polizei bei ihrer Fahndung.

Da ist dann keine Bundesinnenministerin Faeser, die vor gefährlichen Netzwerken warnt, kein Verfassungsschützer Haldenwang, der eine Gefahr für die Demokratie erkennt.

Sie warnten uns vor den Gefahren von rechts außen, auf dem linken Auge sind sie blind. Aus Politik und Medien gibt es jetzt keine Kommentierung oder Mobilisierung, die der Größe der Gefahr gerecht wird. Es gibt keine Demo „gegen links“. Aber es müsste sie geben, und zwar schnell, bevor solche Firmen wie Tesla vertrieben werden.

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