Joachim Huber

ARD und ZDF überschütten ihre Chefs mit Geld und niemand kann etwas dagegen tun

15.10.2022
Lesedauer: 2 Minuten
© dpa / Foto: Jörg Carstensen

Ex-ZDF-Intendant Bellut kann mit 5,8 Millonen Euro Altersversorgung rechnen, eine RBB-Direktorin verdient mehr als Brandenburgs Ministerpräsident. Da läuft etwas gewaltig schief.

Die Zukunft ist unsicher, für alle. Stimmt nicht ganz, für Beschäftigte der öffentlich-rechtlichen Sender ist sie golden.

Für den ausgeschiedenen ZDF-Intendanten Tom Bellut sind 5,8 Millionen Euro für seine Altersversorgung eingestellt, MDR-Chefin Karola Wille kann mit 4,6 Millionen Euro rechnen.

Was auf der Intendantenebene funktioniert, setzt sich bei den Direktoren fort. Wird Susann Lange, die Juristische Direktorin des RBB, sie lässt ihr Amt derzeit ruhen, aus dem Sender verabschiedet, kann sie mit knapp über 100.000 Euro jährlich in die Sonne blinzeln.

Diese Summen müssen irritieren

Das sind Summen, die irritieren müssen. Aber nicht erst bei den Ruhegeldern, sondern bereits bei den Gehältern fängt die Irritation an. Bellut erhielt zuletzt ein Jahresgehalt von 369.000 Euro, Wille kommt auf 295.000 Euro, Lange kann sich über 200.000 Euro freuen.

Nun gibt es keinen Intendantenauftritt, wo nicht „Public Value“ als Sinn und Zweck des öffentlich-rechtlichen Programmschaffens beschworen wird. Dienst an der Gemeinschaft, Wertschöpfung fürs Gemeinwohl, ein Hochamt fürs Gelingen einer besseren Gesellschaft.

Das kostet Geld, genauer gesagt 8,4 Milliarden Euro, ein horrender Betrag, den die Beitragszahler ohne jedes Widerspruchs- oder Kündigungsrecht an die ARD-Sender, das ZDF und das Deutschlandradio überweisen. Die Anstalten wissen schon am 1. Januar, was sie bis zum 31. Dezember geleistet haben müssen: 8,4 Milliarden Euro ausgeben.

Ein exquisites Privileg, das zu zu exquisiten Programmen führen kann – aber auf jeden Fall zu exquisiten Gehältern führt. Gebilligt von den Aufsichtsgremien, von den Rundfunk-, Fernseh- und Verwaltungsräten hat sich eine Dynamik eingestellt, die aus dem öffentlichen Dienst – nichts anderes ist Public Value – eine öffentlich-rechtliche Gewohnheit werden ließ: Rausschlagen, was rauszuschlagen ist.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke verdient etwa 15.500 Euro im Monat, Susann Lange hatte bis zu ihrer Freistellung ein Gehalt von 18.200 Euro. Da liegt kein Rechenfehler vor, das ist ein Systemfehler. Ein öffentlich-rechtlicher.

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