"Hol die Kameltreiber!"

Deutscher Rad-Funktionär sorgt live im TV für Rassismus-Eklat bei Olympia

28.07.2021
Lesedauer: 2 Minuten
ZDF

Der Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer, Patrick Moster, entgleist während des olympischen Einzelzeitfahrens in Tokio mit einem rassistischen Ausdruck („Hol die Kameltreiber!“) und sorgt so für Entsetzen. Er habe sich „in der Wortwahl vergriffen“, entschuldigt er sich.

Skandal um Patrick Moster, den Leistungssportdirektor beim Bund deutscher Radfahrer während des Einzelzeitfahrens bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio. Als der deutsche Starter Nikias Arndt auf dem rund 22 Kilometer langen Rundkurs an ihm vorbeifährt, brüllt er ihm hinterher: „Hol die Kameltreiber!“ Vor Arndt fuhren zu diesem Zeitpunkt der Algerier Azzedine Lagab und Amanuel Ghebreigzabhier aus Eritrea.

ZDF-Kommentator schockiert: „Da fehlen mir die Worte“

Eine rassistische Entgleisung, die sowohl bei den Zuschauern als auch bei ZDF-Kommentator Florian Naß für Entsetzen sorgt. „Patrick Moster war derjenige, der da eben gerufen hat“, schaltet Naß sich nach der Szene ein. „Und ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn ich das so richtig verstanden habe, was er da gerufen hat, dann war das total daneben, aber mal sowas von daneben. Da fehlen mir die Worte.“

Der 53-Jährige am Mikrofon ist hörbar schockiert über das, was er da vernommen hat. „Sowas hat im Sport überhaupt nichts verloren“, stellt er klar. „Das ist absolut unterirdisch. Pardon, da fällt mir nichts ein. Und dessen muss man sich bewusst sein, wenn man an einem internationalen Rennen teilnimmt, bei dem Kameras und Mikrofone aufgestellt sind. Das ist unwürdig.“

Patrick Moster: „Es tut mir unendlich leid“

Moster entschuldigte sich für seine Entgleisung nach dem Rennen. „Ich stand in der Verpflegung und habe Nikias Arndt angefeuert. Im Eifer des Gefechts und mit der Gesamtbelastung, die wir momentan hier haben, habe ich mich in der Wortwahl vergriffen. Es tut mir unendlich leid, ich kann nur aufrichtig um Entschuldigung bitten. Ich wollte niemanden diskreditieren“, sagte Moster am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Der Deutsche Olympische Sportbund kündigte eine Reaktion an. „Das Team D steht für die Einhaltung der olympischen Werte Respekt, Fairplay und Toleranz und lebt diese in all ihren sportlichen Wettbewerben“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. „Es ist wichtig, dass sich Patrick Moster unmittelbar nach dem Wettkampf entschuldigt hat. Wir werden noch heute das persönliche Gespräch mit ihm suchen und die Situation aufarbeiten.“

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