Innenministerin unter Druck

Foto-Skandal um Nancy Faeser!

05.09.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Dieses Foto von Innenministerin Nancy Faeser entstand bei einem Interview am Dienstagvormittag. Am Dienstagmorgen ließ sich Faeser „aus gesundheitlichen Gründen“ bei einer brisanten Sitzung im Bundestag entschuldigen. Thema war ein Skandal in ihrem Ministerium Foto: Boris Roessler/dpa

Die Innenministerin sollte im Bundestag ihren Skandal aufklären. Sie fehlte aus „gesundheitlichen Gründen“ – gab aber ein Interview

Sie verpasste „aus gesundheitlichen Gründen“ eine brisante Ausschuss-Sitzung – gab aber gleichzeitig ein Interview!

Am Dienstagmorgen sollte Innenministerin Nancy Faeser (53, SPD) an der Sondersitzung des Innenausschusses teilnehmen, um über den Skandal-Rauswurf von Ex-Cyberabwehr-Chef Arne Schönbohm (54) Rechenschaft abzulegen. Und ihre hochbrisante Rolle darin.

▶︎ ABER: Faeser kam nicht in den Ausschuss, ließ sich „aus gesundheitlichen Gründen“ entschuldigen. Und das, obwohl Faeser, die auch SPD-Spitzenkandidatin in Hessen ist, am Montag noch Wahlkampfauftritte absolvierte.

Jetzt kommt heraus: Am Dienstagvormittag gab Faeser der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Wiesbaden ein Wahlkampf-Interview! Dies beweist auch ein Foto, das während des Interviews entstanden ist.

▶︎ Dies bestätigte das Bundesinnenministerium auf BILD-Anfrage. Die Sprecher-Erklärung: „Bundesinnenministerin Faeser hatte heute früh einen wichtigen Arzttermin infolge ihrer überstandenen Corona-Infektion, der in ihrem Heimatort war. Daher war sie im Deutschen Bundestag entschuldigt.“

Aus der Union, die Faeser zum Rapport bestellt hatte, gibt es deutliche Kritik. CDU-Politiker Jens Spahn (43) sagte zu BILD, dass Faeser „lieber Wahlkampf macht“ als dem Parlament „zu einem Skandal im eigenen Ministerium Rede und Antwort zu stehen“. Spahn weiter: „Diese Ampel vergrößert so den Frust im Land jeden Tag ein Stückchen mehr.“

Dieser Vermerk aus dem Innenministerium aus dem März 2023 bringt Nancy Faeser in Erklärnot
Dieser Vermerk aus dem Innenministerium aus dem März 2023 bringt Nancy Faeser in Erklärungsnot
Foto: privat

Faeser hatte Schönbohm im Oktober 2022 von seinem Posten entfernt. Es ging um Vorwürfe von ZDF-Satiriker Jan Böhmermann, der Schönbohm eine Nähe zu russischen Geheimdiensten unterstellt hatte. Diese Vorwürfe erwiesen sich als falsch. Dennoch beendete Faeser ein Vorverfahren gegen den damaligen Cyber-Abwehrchef nicht und ließ weiter ermitteln.

Deshalb verlangte die Ministerin von ihren Beamten immer weiter nach solchen zu suchen. Hierbei wurde das von ihr beaufsichtigte Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) eingesetzt – wie eine Detektei nur mit geheimdienstlichen Befugnissen – „um Belastungsmaterial gegen Schönbohm zu erschnüffeln“, bemerkt ein Insider. Dieses Vorgehen sei rechtswidrig.

Ob Faeser tatsächlich rechtswidrig handelte, wollte der Innenausschuss des Deutschen Bundestages in der Sitzung klären – doch Faeser blieb fern …

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