Immer wieder werden US-Kräfte in Syrien und im Irak angegriffen. Nun ordnete Präsident Joe Biden einen weiteren Gegenschlag an – zwei Ziele mit Verbindung zu Iran wurden getroffen.
Die Lage im Nahen Osten bleibt extrem angespannt – und die Sorge ist groß, dass auch andere Staaten noch weiter in den Krieg Israels und der Hamas hineingezogen werden könnten. Speziell Iran gilt dabei ein besonderes Augenmerk.
Mit zwei Luftangriffen in Syrien gegen iranische Revolutionswächter und mit Iran verbündete Gruppen haben die USA nun auf eine Serie von Anschlägen auf US-Streitkräfte in Syrien und im Irak reagiert. Ein Ausbildungszentrum nahe der Stadt Abu Kamal und ein als Versteck bekanntes Haus nahe der Stadt Mayadeen seien getroffen worden, teilte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am Sonntag mit. US-Präsident Joe Biden habe die Angriffe angeordnet.
»Für den Präsidenten gibt es keine höhere Priorität als die Sicherheit des US-Personals, und er hat die heutige Aktion befohlen, um deutlich zu machen, dass die Vereinigten Staaten sich selbst, ihr Personal und ihre Interessen verteidigen werden«, sagte Austin. Insidern zufolge richteten sich die Angriffe auch gegen ein Lager proiranischer Milizen in einem Gebiet westlich von Abu Kamal in der Provinz Deir al Sor.ANZEIGE
Der andere Angriff habe sich in der Nähe der Stadt Mayadeen nahe der irakischen Grenze ereignet, die als Hochburg proiranischer Milizen gelte, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Die USA haben rund 900 Soldaten in Syrien und weitere 2500 im benachbarten Irak stationiert, um die dortigen Kräfte zu unterstützen, die ein Wiedererstarken der Terrorgruppe »Islamischer Staat« verhindern wollen. Es wächst die Sorge, dass sich der Konflikt zwischen Israel und der Hamas auf den gesamten Nahen Osten ausweiten und die US-Truppen in den abgelegenen Stützpunkten zur Zielscheibe werden könnten.
Dutzende Attacken auf US-Stützpunkte gemeldet
Iran unterstützt die radikal-islamische Palästinensergruppe Hamas, hat nach eigenen Angaben aber keine Rolle bei dem Massaker unter Zivilisten beim Überfall der Gruppierung auf das israelische Grenzgebiet am 7. Oktober gespielt.
Erst vor vier Tagen hatten die USA im Osten Syriens als Reaktion auf die jüngsten Angriffe proiranischer Milizen einen weiteren Luftangriff ausgeführt. Ziel sei ein Waffenlager gewesen, das von Irans Revolutionswächtern sowie deren Verbündeten genutzt worden sei.
In den vergangenen Wochen hatten Attacken auf US-Kräfte im Irak und Syrien zugenommen. Proiranische Milizen griffen nach Angaben des Pentagon seit Mitte Oktober in mindestens 40 Fällen US-Militärstützpunkte an – davon 22 Mal im Irak und 18 Mal in Syrien. Die Angriffe mit Drohnen und Raketen seien nicht erfolgreich gewesen, und es habe »keine ernsthaften Verletzungen« von US-Soldaten gegeben. jok/Reuters



