SEK-Einsatz an Hamburger Schule

Lehrerin mit Schusswaffe bedroht – Polizei nimmt Verdächtige fest

09.11.2023
Lesedauer: 6 Minuten
(Quelle: t-online)

Entwarnung an einer Schule in Hamburg Blankenese: Nach einer Bedrohungslage hat sich die Situation beruhigt. Beamte nehmen später Verdächtige fest.

Innerhalb weniger Stunden ist es am Mittwoch zu Bedrohungssituationen an Hamburger Schulen gekommen. Im Stadtteil Blankenese rückte die Polizei mit einem Großaufgebot auf, nachdem eine Lehrerin mit einer mutmaßlichen Schusswaffe bedroht worden war. Nach stundenlanger Durchsuchung des Gebäudes gab es dann Entwarnung, keine Waffen und keine Täter gefunden. Fast gleichzeitig mit der Entwarnung gab es aber einen neuen Alarm.

Wie die Pressestelle der Polizei t-online gegen 16.30 Uhr mitteilte, seien vier jugendliche Personen im Bereich einer Schule in der Mendelssohnstraße im Stadtteil Bahrenfeld festgenommen worden. Dort soll eine pädagogische Kraft der Nachmittagsbetreuung bedroht worden sein, wie die Leitung der Grundschule mitteilte.

Kurze Zeit später nahmen Zivilfahnder zwei 12- und einen 13-Jährigen sowie einen Jugendlichen im Alter von 14 Jahren fest. Bei den Festgenommen wurden zwei mutmaßliche Spielzeugpistolen gefunden und sichergestellt. Nach Angaben der Polizei könnte einer der 12-Jährigen und der 13-Jährige auch für die Tat in der Blankeneser Schule infrage kommen. Ob dabei eine der Spielzeugwaffen verwendet wurde, teilte die Polizei nicht mit.

Der erste Alarm aus Blankenese war gegen 11.15 Uhr von der Schulleitung ausgelöst worden, sagte ein Polizeisprecher einem t-online-Reporter vor Ort. Zwei Personen seien gesehen worden, eine von ihnen habe in einem Klassenzimmer eine Schusswaffe auf eine Lehrerin gerichtet. Die Polizei sprach von einer „konkreten Bedrohung“.

In dem Klassenzimmer befanden sich auch andere Schüler der 8. Jahrgangsstufe. Ob die jungen Personen, die die Lehrerin bedrohten, hingegen Schüler sind, sei noch nicht klar. Sie sollen im Anschluss den Klassenraum verlassen und unerkannt irgendwohin geflüchtet sein. Schüsse seien keine gemeldet worden.

Ein Polizist steht am Fenster eines Klassenzimmers: Die Spezialkräfte haben die Schule gestürmt.
Ein Polizist steht am Fenster eines Klassenzimmers: Die Spezialkräfte haben die Schule gestürmt. (Quelle: Gregory Dauber/t-online)

Lehrer alarmierten Polizei – mindestens eine Person mit Waffe

„Aktuell wissen wir nicht, ob diese Personen noch auf dem Gelände sind. Die Durchsuchung läuft nach klassischem Amok-Konzept, auch wenn wir noch von einer Bedrohungslage sprechen. Es gibt keine verletzten Personen“, hatte der Sprecher gegen 12 Uhr erklärt. Die mutmaßlichen Täter wurden zu diesem Zeitpunkt auf 12 bis 16 Jahre geschätzt.

Weitere Spezialkräfte treffen an der Schule ein: Der Einsatz läuft weiterhin.
Weitere Spezialkräfte treffen an der Schule ein: Der Einsatz läuft weiterhin. (Quelle: Gregory Dauber/t-online)

Eine erste Fahndung hatte am Mittwochmittag keine Erkenntnisse gebracht. Daher war nicht auszuschließen, dass sich die Personen weiter auf dem Gelände befanden, sagte der Polizeisprecher dem t-online-Reporter. Beide Täter seien männlich, ihre Identitäten jedoch noch unbekannt, hieß es. Zuvor habe es keine Drohungen gegen Lehrkräfte oder die Schule gegeben.

An einer Stadtteilschule werden die Klassen 5 bis 13 unterrichtet. Laut Homepage der Stadtteilschule Blankenese besuchen mehr als 1.000 Schüler die Bildungsanstalt. Ob sie auch alle anwesend waren, ist laut einem Polizeisprecher jedoch nicht nachgezählt oder geprüft worden.

Ein Spezialeinsatzkommando sowie die Unterstützungsstreife für erschwerte Einsatzlagen (USE) der Polizei Hamburg war vor Ort. Über der Einsatzstelle kreiste ein Hubschrauber sowie eine Drohne. Auch ein Räumpanzer wurde angefordert. Das komplette Viertel war abgesperrt, berichtete ein t-online-Reporter.

Ein Großaufgebot von Polizeikräften in der Frahmstraße: Die Suche nach den möglichen Tätern läuft.
Ein Großaufgebot von Polizeikräften in der Frahmstraße: Die Suche nach den möglichen Tätern läuft. (Quelle: Gregory Dauber/t-online)

Hamburg: Spezialkräfte stürmen Stadtteilschule

Die Einsatzkräfte begleiteten Schüler aus dem Gebäude. Sie wurden mit Bussen zur Reichspräsident-Ebert-Kaserne in der Osdorfer Landstraße gebracht. Dort sollten sich auch Eltern einfinden. Am späteren Nachmittag konnten die Kinder dann auch direkt an der Schule abgeholt werden.

Polizeikräfte begleiten Schüler zur Reichspräsident-Ebert-Kaserne: Dort sollen sich auch Eltern einfinden.
Polizeikräfte begleiten Schüler zur Reichspräsident-Ebert-Kaserne: Dort sollen sich auch Eltern einfinden. (Quelle: HamburgNews / Christoph Seemann)

Ein Kriseninterventionsteam war sowohl in der Kaserne als auch an der Schule vor Ort. Auch Schulpsychologen von den Regionalen Bildungs- und Beratungszentren waren im Einsatz. Während der Durchsuchung befanden sich Hunderte Schüler weiterhin in den Klassenräumen und standen teilweise an Fenstern, wie der t-online-Reporter beobachten konnte.

Ein Schüler blickt aus einem Fenster der Schule: Das Gebäude ist noch nicht komplett evakuiert.
Ein Schüler blickt aus einem Fenster der Schule: Das Gebäude ist noch nicht komplett evakuiert. (Quelle: Gregory Dauber/t-online)

In einem Video aus den sozialen Medien waren Szenen aus einem Klassenzimmer zu hören: Schüler wurden gebeten werden, sich von den Fenstern fern- und sich möglichst in der Mitte des Raumes aufzuhalten. „Die Einsatzleitung hat jetzt entschieden, dass das gesamte Gebäude evakuiert wird. Das bedeutet, dass wir klassenweise von der Polizei aus dem Gebäude geführt werden“, sagt ein Mann, der mutmaßlich ein Lehrer ist, darin. Die Echtheit des Videos, das t-online vorliegt, kann gegenwärtig nicht bestätigt werden.

Keine Gefahren an anderen Schulen – Eltern wollen Kinder abholen

Die Lage in der Frahmstraße war letztlich statisch. Anders sah es in den angrenzenden Straßen aus: Überall befanden sich aufgelöste Eltern und Geschwister, berichtete der t-online-Reporter. Eine Mutter erzählte, dass es eigentlich „eine ganz normale Schule“ sei und sie ihre beiden Kinder deshalb dorthin geschickt habe. Sie hatte während des Einsatzes Kontakt zu einem der beiden Kinder, zu dem anderen jedoch nicht.

Im Umfeld der Frahmstraße kam es zu „umfassenden Verkehrsmaßnahmen“. Auch die Schenefelder Landstraße und Simrockstraße in Blankenese waren von den Sperrungen betroffen. Die Polizei bat Autofahrer, den Bereich weiträumig zu umfahren.

Verwendete Quellen

  • x.com: Account der Polizei Hamburg
  • Beobachtungen vor Ort
  • Telefonate mit der Pressestelle der Polizei Hamburg
  • Mit Informationen der Nachrichtenagentur dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Für Energiekonzern
01.12.2024
EU-Plan gescheitert
29.11.2024
ARD-Show "Die 100"
26.11.2024
Abstimmung über neue EU-Kommission
27.11.2024

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

1 + neunzehn =

Weitere Artikel aus der gleichen Rubrik

Für Energiekonzern
01.12.2024
EU-Plan gescheitert
29.11.2024

Neueste Kommentare

Trends

Alle Kategorien

Kategorien