Hauptwache Frankfurt

Unbekannter wirft Handgranate in U-Bahnstation

31.10.2023
Lesedauer: 3 Minuten
Ein Sprengstoff-Experte des Landeskriminalamtes (3. v. links) spricht mit Streifenpolizisten am Eingang der B-Ebene der Hauptwache Foto: Bernd Kammerer

Frankfurt – Sprengstoff-Alarm in der Frankfurter Innenstadt: Ein Unbekannter warf eine Handgranate in die B-Ebene der U-Bahnstation Hauptwache!

Um 7.23 Uhr hatte die Polizei auf X (früher Twitter gemeldet), dass ein „Handgranaten-ähnlicher Gegenstand“ in der Ladenpassage des Verkehrsknotenpunktes am Ende der Einkaufsmeile Zeil gefunden wurde.

Sofort wurde die sich über mehrere unterirdische Ebenen erstreckende Station, an der sich mehrere U- und S-Bahnlinien kreuzen, gesperrt. Die Geschäfte in der Passage wurden geschlossen. Polizisten mit Maschinenpistolen sicherten die Eingänge.

Um kurz vor 9 Uhr trafen die Sprengstoff-Experten des Landeskriminalamtes Hessen in Wiesbaden mit ihrem explosionsgeschützten Spezial-Lkw an der Hauptwache ein.

Polizisten bewachen einen der Zugänge zur B-Ebene der Hauptwache, erklären einer Passantin, warum sie nicht hinein kann
Polizisten bewachen einen der Zugänge zur B-Ebene der Hauptwache, erklären einer Passantin, warum sie nicht hinein kann
Foto: Bernd Kammerer

Die Spezialisten stellten den verdächtigen Gegenstand sicher – es war tatsächlich eine Handgranate!

Ein Polizeisprecher zu BILD: „Die Granate wurde spurenschonend sichergestellt, wird nun im LKA untersucht“ Ob sie tatsächlich Sprengstoff enthielt, ist noch unklar. Entschärfte Handgranaten werden auch als Deko-Stücke verkauft. Sicher ist aber: Der unbekannte Täter zog vor dem Handgranaten-Wurf nicht den Sicherungs-Splint. Womöglich verhinderte das eine Katastrophe.

Die Handgranate wurde im explosionsgeschützten Spezial-Lkw des Landeskriminalamtes abtransportiert
Die Handgranate wurde im explosionsgeschützten Spezial-Lkw des Landeskriminalamtes abtransportiert
Foto: Bernd Kammerer

Das für Sprengstoff-Delikte zuständige K 15 der Frankfurter Polizei hat die Ermittlungen übernommen. Neben der Untersuchung der Granate auf Fingerabdrücke und DNA-Spuren liegt ein Schwerpunkt dabei auf der Auswertung von Videoüberwachungs-Anlagen im Bereich der Hauptwache. Wahrscheinlich wurde der Granaten-Werfer bei seiner Tat von ihnen erfasst.

Der S- und U-Bahnverkehr an der Hauptwache läuft wieder regulär.

Die Polizei: „Die Hintergründe sind derzeit noch völlig unklar. Hinweise auf eine mit dem Nahostkonflikt zusammenhängende Motivlage liegen zum aktuellen Zeitpunkt nicht vor.“ Zeugen, die sachdienliche Hinweise zu Tatverdächtigen, dem Tatablauf geben können oder sonst verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei unter 069-75 55 31 10 oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

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