Israel weitet den Kampf gegen die Hamas im Gazastreifen aus. Details zur Bodenoffensive sickern durch, die Zahl der Geiseln steigt weiter. Die aktuellen Entwicklungen im News-Ticker.
- Israel im Plan: Militär verstärkt Bodeneinsatz in Gazastreifen weiter
- Opferzahlen im Krieg: Vereinte Nationen sammeln Angaben aus Gaza und Israel
- Die hier verarbeiteten Informationen zum Krieg in Israel stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Konfliktparteien. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben zur Situation in Israel und im Gazastreifen aber teilweise nicht. Auch in diesen Fällen bleiben wir transparent.
Update vom 31. Oktober, 10.50 Uhr: Israels Präsident Isaac Herzog hat Medienberichten zufolge Kritik am militärischen Vorgehen seines Landes im Gazastreifen nachdrücklich zurückgewiesen. „Was erwarten sie von uns? Dass wir tatenlos zusehen und auf ein weiteres Massaker warten?“, sagte Herzog in einem Interview mit der Zeitung Politico sowie dem Sender Welt TV. „Um den Feind zu entwurzeln, der uns vollständig vernichten will“, müsse Israel „kämpfen“.
Seinem Land sei die internationale Zustimmung nicht egal. Dies spiele aber „jetzt keine Rolle“, sagte Herzog demnach. Israel sei „mit tausenden von Raketen brutal angegriffen“ worden. „Wir waren alle in Schutzräumen. Wir haben hunderte, tausende von Menschen verloren.“ Das israelische Staatsoberhaupt reagierte mit seinen Äußerungen auf Kritik des norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Störe. Dieser hatte am Sonntag im norwegischen Sender NRK eine „verhältnismäßige“ Reaktion Israels angemahnt.
Israel habe das Recht, sich zu verteidigen, sagte Gahr Störe demnach. Es sei zwar „sehr schwierig“, „Angriffe aus einem so dicht besiedelten Gebiet wie dem Gazastreifen abzuwehren“. Das Völkerrecht schreibe aber vor, dass die Reaktion „verhältnismäßig“ sein müsse. Diese Grenze sei aus seiner Sicht „weitgehend überschritten“ worden.
Herzog bezeichnete den Tod von Zivilisten als „große Tragödie“. Er verwies darauf, dass Israel die Zivilbevölkerung im Gazastreifen seit Wochen auffordere, in eine humanitäre Zone im Süden zu fliehen. Die Hamas hindere jedoch tausende Palästinenser daran und verwehre zudem 5000 Inhabern ausländischer Pässe das Verlassen des Küstenstreifens.
Krieg in Israel: Zahl der Geiseln steigt auf 240
Update vom 31. Oktober, 9.55 Uhr: Nach Angaben des israelischen Armeesprechers Daniel Hagari ist die Zahl der Geiseln in den Händen der palästinensischen Hamas auf 240 gestiegen. Laut der Zeitung Times of Israel sagte Hagari, die Zahl sei noch nicht endgültig, da man weitere Informationen untersuche.
Update vom 31. Oktober, 9.10 Uhr: Das israelische Militär scheint sich Gaza-Stadt von mindestens drei Seiten zu nähern. Fotos, Videos und Satellitenbilder zeigen Reihen gepanzerter Fahrzeuge, die sich von der nördlichen Grenze des Gazastreifens aus nähern und in der Nähe einer Hauptstraße im Süden Stellung beziehen.
Israel hat nur wenige Einzelheiten über die Invasion bekannt gegeben, die seit vier Tagen andauert und von einem israelischen Beamten als „ausgedehnte Bodenoperation“ bezeichnet wurde. Von der New York Times überprüfte Bilder zeigen jedoch große Gruppen von Panzern und anderen gepanzerten Fahrzeugen, die tief in den Gazastreifen eindringen, während das israelische Militär weiterhin Gebäude in der Nähe aus der Luft angreift.
Im Nordwesten des Gazastreifens zeigt ein Satellitenbild, das am Montagmorgen von Planet Labs aufgenommen wurde, große Gruppen gepanzerter Fahrzeuge, die etwa drei Meilen südlich der Nordgrenze nahe der Mittelmeerküste vorrücken. Es sind Gruppen von Fahrzeugen zu sehen, die sich auf offenen Flächen in dem dicht besiedelten Gebiet von Al Karama nördlich von Gaza-Stadt, weniger als zwei Meilen nördlich des überfüllten Flüchtlingslagers Shati, sammeln. Viele Gebäude in der Nähe scheinen durch Luftangriffe schwer beschädigt oder völlig zerstört worden zu sein.
Die aktuelle Lage im Gazastreifen: Krieg in Israel fordert weitere Opfer
Update vom 31. Oktober, 8.40 Uhr: Die Opferzahlen im Israel-Krieg steigen weiter. So sind nach Angaben des von der Hamas kontrollierten palästinensischen Gesundheitsministeriums seit dem 7. Oktober mehr als 8300 Menschen in Gaza getötet und rund 21.000 verletzt worden. Israel hat nach eigenen Angaben 1400 Tote und mehr als 5400 Verletzte zu beklagen. Hier ein Überblick über die Zahlen, die die UN auf Grundlage der jeweiligen Angaben zusammengestellt haben (Stand 30. Oktober):
Israels Bodentruppen rücken weiter vor
Erstmeldung: Tel Aviv – Im Krieg in Israel rücken israelische Bodentruppen im Verbund mit der Luftwaffe und Marine weiter im Gazastreifen vor. Dabei befreiten sie nach eigenen Angaben eine ihrer Soldatinnen aus der Gewalt der Hamas. Mindestens 239 weitere Menschen waren bei dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober laut Israels Armee in den Gazastreifen verschleppt worden, darunter sind auch mehrere Deutsche. Die Hamas ließ bisher auf Vermittlung Katars und Ägyptens vier Geiseln frei. Israels Armee geht davon aus, dass die meisten der übrigen Geiseln noch am Leben sind.
40 Menschen gelten seit den Terroranschlägen noch als vermisst. Wegen ihres schlimmen Zustands sind viele der Leichen noch nicht identifiziert. Unter den Getöteten ist auch die Deutsche Shani Louk.

Unterdessen bombardierten Kampfflugzeuge des israelischen Militärs auch „Terrorinfrastruktur“ der schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon, wie die Armee in der Nacht zum Dienstag mitteilte. Dazu gehörten Waffen und Stellungen der Hisbollah.

In den Tagen zuvor waren nach Angaben der Armee erneut Raketen aus dem Libanon auf Israel abgefeuert worden. An der Grenze kommt es seit Beginn des Gaza-Kriegs zunehmend zu Konfrontationen. Die Hisbollah hat Verbindungen zur im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas. (Mit Agenturmaterial)



