Zuletzt gab es Forderungen, den Rückbau der letzten Kernkraftwerke zu stoppen. Für das Atomkraftwerk Isar 2 kommt das laut Betreiber allerdings nicht infrage.
Gut ein halbes Jahr nach dem Abschalten des Atomkraftwerks Isar 2 nahe Landshut steht fest: Die Anlage kann nicht mehr hochgefahren werden.
»Die Vorbereitungen für den Rückbau laufen auf Hochtouren und die für einen Betrieb erforderlichen Kollegen stehen uns schlichtweg nicht mehr zur Verfügung. Das Thema Wiederinbetriebnahme ist für uns damit definitiv vom Tisch«, sagte Guido Knott, Geschäftsführer des Betreibers PreussenElektra. Damit erteilte er Spekulationen über einen Neustart der Anlage eine Absage.
Am 15. April um kurz vor Mitternacht war der deutsche Atomausstieg mit dem Abschalten der letzten drei noch laufenden Meiler vollzogen worden. Neben Isar 2 waren dies das Atomkraftwerk Emsland in Niedersachsen sowie Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg.
Kosten auf 2,2 Milliarden Euro beziffert
Die offizielle Rückbaugenehmigung für Isar 2 steht noch aus. In dem Kraftwerk laufen aber seit April Vorbereitungen für den Rückbau. Der Meiler Isar 1 war bereits 2011 vom Netz genommen worden. Die Kosten für den gesamten Rückbau hatte der Betreiber im Frühjahr auf rund 2,2 Milliarden Euro beziffert.
In der Anlage Isar 2 sind den Angaben zufolge als eine der vorbereitenden Maßnahmen inzwischen alle Brennelemente aus dem Reaktordruckbehälter entnommen und in das Brennelemente-Lagerbecken eingestellt worden.
Im nächsten Schritt sollen nach und nach alle Brennelemente in Behälter und anschließend in das Zwischenlager der Gesellschaft für Zwischenlagerung BGZ am Standort gebracht werden.
Nur einen Tag, nachdem Isar 2 vom Netz genommen worden war, hatte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gesagt, die Anlage in Landesverantwortung weiterbetreiben zu wollen und von der Bundesregierung eine Änderung des Atomgesetzes gefordert.
Dafür gab es umgehend Kritik. Der Präsident des Bundesamtes für die Sicherheit nuklearer Entsorgung (BASE), Wolfram König, sagte damals: »Bundestag und alle Bundesländer einschließlich Bayern haben sich nicht nur auf den Ausstieg aus der Kernenergie verständigt, sondern auch die Endlagersuche nach wissenschaftlichen Kriterien auf den Weg gebracht.« Der geforderte Sonderweg Bayerns widerspreche geltendem Recht und gefährde die Endlagersuche. hej/dpa-AFX



