Die Folgen des Angriffs der Hamas haben im Gazastreifen eine massive Fluchtbewegung ausgelöst. Laut Uno-Nothilfebüro Ocha hat eine sechsstellige Zahl von Menschen bereits ihre Häuser verlassen.
Seit Beginn des Hamas-Terrors in Israel sind im Zuge des israelischen Gegenangriffs mehr als 123.000 Palästinenser innerhalb des Gazastreifens auf der Flucht. Das teilte das Uno-Nothilfebüro Ocha in der Nacht zum Montag mit. Die Menschen seien aus Angst um ihre Sicherheit geflüchtet oder weil ihre Häuser zerstört worden seien, hieß es. Mehr als 73.000 Geflüchtete seien in Schulen untergebracht.
Die israelischen Streitkräfte hätten Wohnhäuser unter Beschuss genommen, berichtete Ocha. So seien vier Wohntürme vollständig zerstört worden. Laut dem Ministerium für öffentliche Bauten und Wohnen in Gaza sind 159 Wohneinheiten zerstört und 1210 schwer beschädigt worden. Durch die israelischen Luftangriffe entstanden laut OCHA auch Schäden an Wasser- und Sanitärinfrastruktur für mehr als 400.000 Menschen sowie an mehreren Gesundheitseinrichtungen.
Laut einem Sprecher des Uno-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) ist mit einem weiteren Anstieg der Flüchtlingszahlen zu rechnen. In den Schulen, von denen einige zu Notunterkünften erklärt worden seien, gebe es Strom. Die Uno-Mitarbeiter versorgten die dort untergekommenen Menschen außerdem »mit einer Mahlzeit, sauberem Wasser, psychologischer Unterstützung und medizinischer Behandlung«, sagte er der Nachrichtenagentur AFP.
Im Gazastreifen leben mehr als zwei Millionen Menschen nach Uno-Angaben unter schlechten Bedingungen. Der Gazastreifen zieht sich über eine Länge von etwa 40 Kilometer am Mittelmeer entlang und ist etwa sechs bis zwölf Kilometer breit. Die Fläche ist etwas größer als die von München. Die Hamas hatte 2007 gewaltsam die alleinige Macht an sich gerissen. Israel verschärfte daraufhin eine Blockade des Küstengebiets. Ägypten trägt diese mit. Auch eine Flucht über das Meer ist für Menschen aus Gaza unmöglich.
sol/dpa/AFP



