Bei X gehen in Zukunft offenbar kaum noch Mitarbeiter gegen Falschinformationen zu Wahlen vor. Einen Bericht über Jobabbau in dem Bereich bestätigte Eigner Elon Musk – mit Spott.
Die Onlineplattform X streicht die Zahl ihrer Mitarbeiter zusammen, die gegen die Verbreitung von Falschinformationen zu Wahlen vorgehen sollen. X-Besitzer Elon Musk bestätigte in Teilen einen Bericht des Onlinemediums »The Information «, wonach der früher als Twitter bekannte Kurznachrichtendienst die Hälfte der Stellen in diesem Bereich abbaut.
»Oh, ihr meint das Team für die ›Integrität von Wahlen‹, das die Integrität von Wahlen untergrub?«, schrieb Musk auf X . »Ja, die sind weg.«
Die von Musk eingesetzte X-Chefin Linda Yaccarino hatte diese Woche noch beteuert, die Onlineplattform baue ihr Wahlteam aus. »Es gibt ein robustes und wachsendes Team bei X, das sich um die Integrität von Wahlen kümmert«, sagte sie bei einer Konferenz.
Im kommenden Jahr stehen weltweit mehr als 50 große Wahlen an, darunter die Europawahlen im Juni und die US-Kongress- und Präsidentschaftswahlen im November 2024. Eine Auswertung der EU-Kommission war kürzlich zu dem Schluss gekommen, dass es von den großen Onlineplattformen bei X den größten Anteil an Falschinformationen gibt. Musk war aus einer Vereinbarung für den Umgang mit Falschinformationen zwischen der EU und großen Onlinediensten ausgestiegen.
Viele Falschinformationen in Australien
Unter besonderer Beobachtung steht derzeit auch die Rolle von X in Australien, wo es am 14. Oktober einen Volksentscheid über mehr Mitspracherechte von Indigenen geben wird. Die australische Aufsichtsbehörde für Internetsicherheit hatte im Juni in einem Schreiben an X eine Erklärung für die explosionsartige Zunahme von Hassreden auf der Plattform gefordert. Das Unternehmen habe rund 62.000 Profile, auf denen nationalsozialistische Rhetorik vertreten werde, wieder aktiviert.
Die australische Wahlkommission (AEC) erklärte zudem, die Verbreitung von Fehlinformationen über die Wahlen sei die schlimmste, die sie je erlebt habe.
sol/AFP/Reuters




