Für China gehöre Taiwan vielleicht »willkürlich« nicht zum Land, fachsimpelte Tesla-Gründer Elon Musk. Nicht zum ersten Mal zieht er damit den Unmut von Taipeh auf sich. Die Regierung zeigt sich verärgert.
Techmilliardär Elon Musk ist von Taiwan für seine erneute Einmischung in die angespannten Beziehungen zwischen der demokratischen Insel und China kritisiert worden. »Hören Sie, Taiwan ist nicht Teil der Volksrepublik China und schon gar nicht käuflich«, sagte Taiwans Außenminister Wu am Donnerstag an Musk gerichtet.
Musk hatte sich zuvor auf dem All-In Summit in Los Angeles zur angespannten Lage zwischen den beiden Ländern geäußert. »Ihre (Pekings) Politik ist es, Taiwan mit China zu vereinen. Aus ihrer Sicht ist es vielleicht wie Hawaii oder etwas Ähnliches, wie ein integraler Teil Chinas, der willkürlich nicht zu China gehört, vor allem weil (…) die US-Pazifikflotte jede Art von Wiedervereinigungsbemühungen mit Gewalt verhindert hat«, sagte er in einem auf YouTube veröffentlichten Video des AI-Forums.
Seit der politischen Spaltung zwischen Festlandchina und Taiwan im Jahr 1949 betrachtet Peking die demokratische selbstverwaltete Insel als abtrünniges Gebiet, das es wieder mit dem Festland vereinigen will. Taiwans demokratisch gewählte Regierung lehnt Chinas Souveränitätsansprüche allerdings entschieden ab.
Auch Kritik an Musks Starlink-Absage
Außenminister Wu forderte Musk außerdem auf dessen Social-Media-Plattform X auf, China zu bitten, den Kurznachrichtendienst für Taiwan zu öffnen. Die Volksrepublik blockiert den früher als Twitter bekannten Dienst zusammen mit anderen großen westlichen sozialen Medien wie Facebook.
»Vielleicht denkt er, dass es eine gute Politik ist, es zu verbieten, genauso wie Starlink abzuschalten, um den Gegenschlag der Ukraine gegen Russland zu vereiteln«, fügte Wu hinzu. Damit bezog er sich auf Musks Ablehnung einer ukrainischen Anfrage, sein Starlink-Satellitennetzwerk in der Hafenstadt Sewastopol auf der Krim im vergangenen Jahr zu aktivieren, um einen Angriff auf die russische Flotte dort zu unterstützen. Der Unternehmer begründete die Entscheidung damit, dass er eine Komplizenschaft bei einem »großen« Kriegsakt befürchte.
Es ist nicht das erste Mal, dass Musk die Regierung in Taipeh verärgert. Im vergangenen Oktober schlug er vor, dass die Spannungen zwischen China und Taiwan gelöst werden könnten, indem die Regierung in Peking einen Teil der Kontrolle über Taiwan erhalte.
aeh/AFP/Reuters



