Corona-Comeback mit ‚Eris‘-Variante: Erste Fachleute drängen auf Masken-Rückkehr

18.08.2023
Lesedauer: 3 Minuten
Corona hat Deutschland weiter fest im Griff – das RKI meldet täglich die Zahl der Neuinfektionen und Todesfälle. (Symbolbild) © Thomas Trutschel/Imago Images

Die Coronazahlen steigen wieder, vor allem in Großbritannien und den USA. Expert:innen empfehlen deshalb, in der Öffentlichkeit wieder Masken zu tragen.

München – Greift das Coronavirus erneut an? Indizien sprechen dafür, dass sich das Virus wieder ausbreitet. Die frische Eris-Variante, deren steigende Zahlen auf das „Barbenheimer“-Phänomen zurückgeführt wird, beunruhigt Krankenhäuser und Gesundheitsexpert:innen. Vor allem in Großbritannien steigen die Zahlen weiter an. Dort plädieren erste Expert:innen für ein Masken-Comeback.

Corona-Comeback mit ‚Eris‘-Variante: Erste Expert:innen drängen auf Masken-Comeback

Erst vergangene Woche erst hat die WHO „Eris“ als Coronavirus-Variante „von Interesse“ eingestuft. Vor allem in Großbritannien und Asien gewinnt die Infektion wieder an Dynamik, wie unter anderem die BBC berichtet. Danach wird bereits jeder siebte Covid-Fall in Großbritannien der Variante EG.5.1 zugeschrieben. Britische Mediziner:innen fordern bereits die Rückkehr zur Maske. Die Oxford-Professorin Trisha Greenhalgh schlägt „angesichts der Verbreitung neuer Varianten“ vor, über das Tragen von Masken in Hochrisikosituationen nachzudenken.

Corona-Variante „Eris“ breitet sich auch in Deutschland aus – für jede vierte Infektion verantwortlich

Der Pandemieradar des Bundesministeriums für Gesundheit zeigt, dass auch in Deutschland die Zahlen wieder ansteigen. Die Inzidenz ist zwar immer noch verschwindet gering und liegt bei 4. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Omikronwelle im März 2022, lag der Wert bei 1961. Dennoch: Im Verhältnis zur Vorwoche ist das ein Anstieg um 61 Prozent.

Die seit vier Wochen wieder steigende Zahl von übermittelten COVID-19-Fällen an das RKI scheint mit der zunehmenden Zirkulation dieser ‚Variant of Interest‘ in Zusammenhang zu stehen.

Robert Koch-Institut

Und auch hierzulande ist „Eris“ bereits für jede vierte Corona-Infektion verantwortlich, so neue Zahlen des RKI.  „Die seit vier Wochen wieder steigende Zahl von übermittelten COVID-19-Fällen an das RKI scheint mit der zunehmenden Zirkulation dieser ‚Variant of Interest‘ in Zusammenhang zu stehen“, heißt es vom Robert Koch-Institut.  

Symptome einer Corona-Infektion mit „Eris“ oder oder EG.5.1

  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Heiserkeit
  • trockener Husten
  • lockerer Husten mit Auswurf
  • Halsschmerzen
  • laufende oder verstopfte Nase
  • Niesen

Geruchsverlust und Fieber: Neue Corona-Variante breitet sich aus – „Barbenheimer“ soll schuld sein

Auffällig: Die Erhöhung der Fallzahlen steht – zumindest in Großbritannien – in zeitlichem Bezug zum Start der Blockbuster „Barbie“ und „Oppenheimer“ in den britischen Kinos, weshalb auch vom „Barbenheimer“-Phänomen gesprochen wird. Dass größere Menschenmengen in geschlossenen Innenräumen mit einer erhöhten Corona-Ansteckungsgefahr einhergehen, ist bekannt. Ist es also an der Zeit für eine Masken-Renaissance?

Es sieht so aus, als wäre es wieder einmal Zeit, die Maske aufzuziehen.

Prof. Trisha Greenhalgh, Universität Oxford

Auch in den USA mehren sich die Stimmen, die eine ebensolche fordern. Eric Feigl-Ding, Leiter der COVID Task Force am New England Complex Systems Institute forderte auf Twitter unter Verwendung des Hashtags #MaskUp dazu auf, sich erneut mit Masken vor Corona-Infektionen zu schützen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach teilte den Beitrag, und warnte, die jüngsten Corona-Daten aus New York seien „besorgniserregend“. Er ergänzte: „Wir müssen das genau im Auge behalten. Unser Frühwarnsystem ist aktiv.“

Steigende Corona-Zahlen im Herbst: Kommen die Masken zurück?

Nach dem Fall der letzten Corona-Schutzmaßnahmen am 7. April 2023 könnte nun also durchaus ein halbes Jahr später die Maske wieder zum Alltagsaccessoire avancieren. Im Herbst und Winter wird das Coronavirus voraussichtlich verstärkt auftreten, davon gehen Expert:innen aus.

„Es besteht weiterhin das Risiko, dass eine gefährlichere Variante auftritt, die zu einem plötzlichen Anstieg der Fälle und Todesfälle führen könnte“, betont WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Nicht nur angepasste Impfstoffe, die die neuen Varianten berücksichtigen, auch das Tragen einer Maske trage dann dazu bei, sich und andere zu schützen, so der Frankfurter Virologe Martin Stürmer gegenüber dem Spiegel.

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