Medienbericht über Qualitätsmängel

Siemens Energy muss womöglich Lieferung von Windturbinen aufschieben

31.07.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Rotorblatt-Produktion bei Siemens Gamesa in Hull, Großbritannien. Das Tochterunternehmen von Siemens Energy hat massive Qualitätsprobleme bei der Herstellung der 5.X-Plattformen Foto: PAUL ELLIS / AFP

Seit Monaten leidet die Produktion von Siemens Energy unter massiven Qualitätsproblemen. Laut einem Bericht müssen die Kunden nun wohl länger auf Windturbinen warten.

Der Energiekonzern Siemens Energy muss womöglich die Lieferung seiner neuen Windkraftplattformen vom Typ 5.X erheblich verschieben. Das meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen.

Grund sind offenbar Qualitätsmängel, die die Auslieferung neuer Landturbinen dieser Klasse um bis zu sieben Monate vertagen könnten. Intern gehe die Ursachenforschung bei der Tochtergesellschaft Siemens Gamesa weiter. Entscheidend dabei sei unter anderem die Frage, ob die Probleme eher von den zugelieferten Teilen oder dem Design herrührten.

Sollten verborgene Designfehler entdeckt werden, so könnten die Reparaturkosten auf mehr als die bislang bekannte Summe von über eine Milliarde Euro steigen, berichtet Bloomberg. Ein Sprecher von Siemens Energy erklärte, das Unternehmen versuche »natürlich, mögliche Probleme zu beheben«. Dies könne im Einzelfall dann auch einen leichten Verzug bedeuten, müsse es aber nicht.

Aktie unter Druck

Siemens Energy hatte Ende Juni seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2022/23 zurückgezogen, nachdem das Ausmaß der Qualitätsprobleme bei Landturbinen sowohl älterer als auch neuer Bauart größer ausfällt als zuvor gedacht. Die Aktie war daraufhin eingebrochen.

Details zu den erwarteten Kosten will das Unternehmen bei der Vorlage seiner Zahlen für das dritte Geschäftsquartal am kommenden Montag nennen. Analyst Akash Gupta von JPMorgan schätzt in einer nach der Gewinnwarnung veröffentlichten Studie von Ende Juni die potenzielle Belastung auf 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro.

Die Aktie büßte am Montag anfängliche Kursgewinne ein und notierte gegen 10.30 Uhr mit 1,3 Prozent im Minus. Seit dem 22. Juni hat das Papier gut 30 Prozent an Wert verloren. 

che/dpa

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