Forsa-Umfrage

Fast drei Viertel der Deutschen vom Gendern genervt

18.07.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Ein Aufkleber bei der Leipziger Buchmesse spricht sich gegen das Gendern aus © Manfred Segerer / Imago Images

Sprache polarisiert, das Gendern insbesondere. Viele Deutsche sind mittlerweile vom Gendern genervt, zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv. Auch zu einer möglichen Gender-Pflicht in der Verwaltung gibt es eine klare Haltung.

In Deutschland wird weiterhin kontrovers über das Thema Gendern debattiert. Laut aktuellem RTL/ntv-Trendbarometer stört es fast drei Viertel (73 Prozent) der Bundesbürgerinnen und Bürger, wenn Personen „Genderzeichen“ wie Sternchen, Unterstrich, Doppelpunkt oder eine Pause zu Hilfe nehmen, um geschlechtsneutral zu sprechen. Wenn also beispielsweise von Ärzt:innen statt von Ärztinnen und Ärzten die Rede ist. Lediglich 22 Prozent der Befragten finden es gut, wenn so gesprochen oder geschrieben wird.

Abgelehnt wird das Gendern von einer großen Mehrheit im Osten wie im Westen des Landes, unter Jüngeren (etwas weniger) und Älteren, unter Befragten mit Hauptschulabschluss wie unter Befragten mit höheren Bildungsabschlüssen und in fast allen politischen Lagern. Männer stehen dem Thema noch deutlicher gegenüber (77 dagegen, 18 Prozent dafür) als Frauen (70 zu 26 Prozent). Die einzige Gruppe, die Gendern mehrheitlich gut findet, sind die Anhänger der Grünen (58 Prozent).

Großteil lehnt Gender-Pflicht in der Verwaltung ab

Ähnlich deutlich fällt die Ablehnung von Plänen aus, die öffentliche Verwaltung – wie in Niedersachsen vorgesehen – auf die Verwendung einer geschlechtsneutralen Sprache in geschriebenen Texten zu verpflichten. 22 Prozent der Bundesbürger fänden das richtig, 75 Prozent lehnen solche Pläne ab. Auch in dieser Frage sind es ausschließlich die Grünen-Anhänger (58 Prozent), die sich mehrheitlich für eine verpflichtende Verwendung der Gender-Sprache in Verwaltungstexten aussprechen.

Mittlerweile gibt es in Deutschland auch Beschlüsse, die das Gendern in geschriebenen Texten der Verwaltung oder an Schulen (z.B. in Zeugnissen) ausdrücklich verbieten. 48 Prozent der Bundesbürger finden das richtig, 46 Prozent nicht. Am häufigsten gegen ein Gender-Verbot in Texten der öffentlichen Verwaltung sind die 18- bis 29-Jährigen (62 Prozent) sowie die Anhänger der Grünen (76 Prozent).

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag von RTL Deutschland vom 14. bis 17. Juli 2023 erhoben. Datenbasis: 1.009 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte. Der stern gehört zu RTL Deutschland.

mkb

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