Hohe Wohnkosten

Warmmieten überlasten mehr als drei Millionen Haushalte

29.06.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Mehrfamilienhäuser im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg: Hohe Aufwendungen für Warmmiete Foto: Lothar Ferstl / DPA

Die Mietkosten in Deutschland sind nach Ansicht des Deutschen Mieterbunds viel zu hoch. Von der Bundesregierung erwartet die Organisation eine rasche Umsetzung beschlossener Reformen.

Jeder dritte Mieterhaushalt in Deutschland ist laut einer Studie des Öko-Instituts und des Deutschen Mieterbunds durch seine Wohnkosten stark belastet. Demnach geben sieben Millionen Haushalte mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für die Warmmiete aus. Bei 3,1 Millionen Haushalten seien es sogar mehr als 40 Prozent des Einkommens.

Das Statistische Bundesamt spricht ab Mietausgaben von mehr als 40 Prozent des Einkommens von einer »Überlastung« durch die Wohnkosten. Durchschnittlich gaben Mieterinnen und Mieter laut Mieterbund zuletzt 28 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen aus.

Insgesamt gibt es in Deutschland rund 21 Millionen Mieterhaushalte – die Hälfte von ihnen gehöre den unteren drei Einkommensklassen an, stellte der Mieterbund fest. Haushalte in diesen Einkommensklassen hätten durchschnittlich 1709 Euro pro Monat zur Verfügung.

»Gerade Haushalte, die in älteren, ineffizienten sowie fossil beheizten Gebäuden wohnen, sind viel stärker durch hohe Energiekosten belastet«, sagte Melanie Weber-Moritz, Bundesdirektorin des Deutschen Mieterbundes (DMB). Die durchschnittlichen Heizkosten für Mieterinnen und Mieter hätten sich in den vergangenen beiden Jahren von 64 Euro auf 123 Euro pro Monat fast verdoppelt.

Zusätzlich werden die Haushalte durch steigende Mieten und die dauerhafte Umlage von Sanierungskosten belastet. »Das ist für die Mehrheit der Mieterinnen und Mieter nicht mehr leistbar«, kritisierte Weber-Moritz. Die Mietrechtsreformen aus dem Koalitionsvertrag müssten umgesetzt werden, um dem entgegenzuwirken. Der DMB forderte Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) auf, seine »Blockadehaltung« bei der Mietpreisbremse aufzugeben. 

ssu/AFP

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