Vorbild Andrew Tate

Wie auf Tiktok ein toxisches Männerbild verbreitet wird

12.06.2023
Lesedauer: < 1 Minute
Muskulös, unabhängig und bloß nicht sensibel: In den sozialen Medien wird ein eindimensionales Bild von Männlichkeit gezeichnet. Bild: picture alliance / Shotshop

Andrew Tate macht’s vor, Hunderte junge Männer machen’s nach: Auf Tiktok verbreiten zahlreiche Accounts ein rückständiges Geschlechterbild, nach dem Männer Geld und Muskeln brauchen – und Frauen sexuell verfügbar sein müssen.

Richtige Männer brauchen Muskeln. Und sie brauchen Geld, mindestens so viel, dass sie sich einen Sportwagen leisten können. Richtige Männer müssen den Ton angeben, und andere müssen Respekt vor ihnen haben. Sie zeigen keine Gefühle, Frauen mögen nämlich keine netten Typen. Frauen mögen maskuline Männer, die sie beschützen, die finanziell für sie sorgen und die sie führen.

Das sind überholte Geschlechterstereotype, die vielen Sorgen bereiten dürften – auf Tiktok aber viele Anhänger haben. Zahlreiche Accounts erklären hier jungen Männern, wie sie zu „Alpha“- oder „Sigma“-Männern werden, denen die Frauen zu Füßen liegen. Die jeweiligen Hashtags zählen gemeinsam mehr als acht Milliarden Aufrufe auf der Videoplattform. Es ist ein Männerbild nach Schema F, ohne Platz für Individualität – und geprägt von einem männlichen Anspruch auf die sexuelle Verfügbarkeit von Frauen. Manfluencer – so wollen wir Männer nennen, die in sozialen Medien und Internetforen das Bild des starken Mannes und der unter­legenen Frau zeichnen und verbreiten.

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