Forsa-Chef zu AfD-Umfragehoch

„Frühere SPD-Wähler haben Eindruck, dass sich ihre Partei einer Art grüner Diktatur beugt“

12.06.2023
Lesedauer: < 1 Minute
Manfred Güllner, 81, ist Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts Forsa. Er ist Mitglied der SPD Quelle: Michael Kappeler/picture alliance / Michael Kappeler/dpa; Monatge: Infografik WELT

Forsa-Geschäftsführer Manfred Güllner stellt „Aufweichungen“ innerhalb der Wählerschaft fest: Die Ampel treibe Wähler zur AfD, die nicht rechtsradikal seien. Zudem entwickle sich in einer kaum beachteten Bevölkerungsgruppe ein „Unmutspotenzial“, das der Rechtsaußen-Partei nutzen könnte.

WELT: Viele Konservative machen die Politik der Ampel für den Höhenflug der AfD verantwortlich. Wie bewerten Sie das?

Manfred Güllner: In der Tat ist ein Teil der ursprünglichen Wähler von der Ampel enttäuscht. Sie betreibt eine Politik, die in erster Linie von der grünen Wählerklientel, nicht aber von der Mehrheit der liberalen und vor allem der sozialdemokratischen Wähler für richtig befunden wird. Die große Mehrheit der früheren SPD-Wähler in normalen Arbeitsverhältnissen hat den Eindruck, dass sich „ihre“ einstige Partei zu sehr einer Art grüner Diktatur beugt.

WELT: Grüne Diktatur? Ist das Ihr Ernst?

Güllner: Wenn eine kleine elitäre Minderheit der oberen Bildungs- und Einkommensschichten der Gesellschaft der großen Mehrheit der Andersdenkenden ihre Werte durch Belehrungen oder Verbote aufzwingt, kann das wohl als eine Art Diktatur gewertet werden.

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