"An Anziehungskraft" verloren

Deutscher Modehändler insolvent – alle Filialen schließen

08.05.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Bekleidungsgeschäft (Symbolbild): Zapata schließt alle verbleibenden Filialen. (Quelle: IMAGO/Wolfgang Maria Weber)

Der stationäre Modehandel tut sich weiter schwer, es drohen noch mehr Insolvenzen. Jetzt hat es eine Kette aus Süddeutschland erwischt.

Adler, Gerry Weber, Orsay: Während der Corona-Krise sind zahlreiche deutsche Modehändler in Schieflage geraten. Während sich einige wie Adler wieder fangen konnten, hat es andere erwischt. Sie gingen pleite, mussten Insolvenz anmelden und, wie im vergangenen Jahr Orsay, alle Filialen schließen.

Dieses Schicksal teilt jetzt auch das Modeunternehmen Zapata aus Süddeutschland. Knapp ein halbes Jahr nachdem die Kette Insolvenz angemeldet hatte, steht nun fest: Die Firma ist nicht mehr zu retten, wie unlängst das Branchenblatt „Textilwirtschaft“ berichtete.

Demnach müssen nun auch die letzten vier verbliebenen Filialen in Passau, Würzburg, Augsburg und Neu-Ulm schließen. Auch der Online-Shop von Zapata ist bereits eingestellt. Die zuletzt nur noch 30 Mitarbeiter müssen sich arbeitslos melden.

„An Anziehungskraft“ verloren

Zapata wurde 1985 gegründet und operierte vornehmlich im Süden Deutschlands. In Spitzenzeiten war die Kette in 15 Städten vertreten. Der Umsatz belief sich zuletzt auf knapp sechs Millionen Euro pro Jahr.

Grund für das Aus von Zapata ist die weiter angespannte Lage im Einzelhandel. Im Gespräch mit dem Magazin „Textilwirtschaft“ sprach der zuständige Insolvenzverwalter Matthias Reinel davon, dass Zapata nach der jüngsten Insolvenz Ende vergangenes Jahr weiter „an Anziehungskraft“ verloren habe.

Der stationäre Handel in Deutschland tut sich seit geraumer Zeit schwer mit der wachsenden Online-Konkurrenz. Hinzu kommt, dass – wie im Falle von Galeria Karstadt Kaufhof – viele Geschäfte in großen Immobilien untergebracht sind, die in die Jahre gekommen und deshalb weniger attraktiv für Kundschaft geworden sind.

Beobachtern zufolge dürfte es deshalb auch in den kommenden Jahren weitere Pleiten größerer Ketten geben. Das wiederum wird absehbar nicht nur für die Angestellten zum Problem, sondern auch für die Innenstädte, die vielerorts schon jetzt mit einem hohen Leerstand kämpfen.

Verwendete Quellen

  • textilwirtschaft.de: „Aus für Zapata“

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