Robert Habeck (53) und die Deutschen, die Grünen und die Wähler – es war einmal eine Liebesgeschichte. Jetzt ist der Ofen aus: Habeck stürzt vom Olymp der Beliebtheit und reißt seine Partei mit.
Die Liebestöter: Diktat-Gesetze (Wärmepumpen-Pflicht), vergeigte Gas-Umlage (vom Kanzler in die Tonne gekloppt), AKW- statt Braunkohle-Aus, Windrad-Flut per Notverordnung und nun auch noch die schweren Vorwürfe der Vetternwirtschaft in Habecks Wirtschaftsministerium.
Erfolg und Absturz in den Umfragen
Habeck war über Monate der beliebteste Politiker im Insa-Ranking für BILD. Anfang Mai 2022: Platz eins bis drei – alles Grüne. Habeck vor den Ministern Annalena Baerbock und Cem Özdemir. In der August-Umfrage erreichte die Öko-Partei bei Insa/BILD bei 22 Prozent – Platz zwei nach der Union.
Nur, grüner wurde es nicht. Seit Herbst 2022 ging die Beliebtheit zurück.
Habeck ist binnen eines Jahres abgestürzt in die zweite Liga. Das einstige Zugpferd der Grünen: von Platz eins auf Platz 13! Seine Partei steht aktuell nur bei 15 Prozent – hinter der AfD, die mittlerweile auf 16,5 Prozent Zustimmung kommt.


„Der Lack geht ab“
Die Schuld-Frage? Für Hermann Binkert, den Chef des Meinungsforschungsinstitutes Insa, ist die geklärt: „Jetzt geht der Lack ab bei Robert Habeck.“
Selbst die Deutschen, die mit Grün und der schnellen Energiewende geliebäugelt hatten: vergrätzt.
Binkert zu BILD: „Habeck steht für eine Politik, die die Mehrheit der Deutschen ablehnt – das fängt beim AKW-Aus an und hört bei den Heizungsverboten auf.“ Und jetzt komme noch der Sumpf aus Bekannten und Verwandten im Wirtschaftsministerium hinzu. Der sei in den bisherigen Umfrage-Tiefs noch gar nicht eingepreist.
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Habecks Meisterstück: Obwohl die übergroße Mehrheit der Deutschen für den Klimaschutz und die Abkehr von fossilen Energieträgern (u. a. Gas und Öl) sei, habe er es geschafft, selbst die zu verärgern. Insa-Chef Binkert: „Habeck hat die Opferbereitschaft der Deutschen überschätzt.“
Nicht-Grüne, die aber Sympathien für die Klima-Ziele der Öko-Partei hätten, gingen ihm von der Stange. Die Grünen erscheinen wieder als die alte Verzichts- und Verbots-Partei – das muss man sich leisten wollen.
Der Kopf der Krise: Habeck, der um sich einen Familien-Clan seiner Staatssekretäre Patrick Graichen und Michael Kellner mitregieren lässt – und sich dann auch noch selbst von seinem kleinen Bruder Hinrich als Ober-Öko („Energieküste“-Award) auszeichnen lässt. Selbst parteiintern meckern sie: „Instinktlos!“, „Von der Rolle!“, „… echt nicht mehr von dieser Welt.“
Foto: Energieküste
Wähler? Nur noch links zu holen!
Das Habeck- wird zum Grünen-Problem. Habecks Politik lasse die Wiederaufstiegschancen der Grünen erodieren, stellt Insa-Chef Binkert fest: „Die Grünen können aktuell nur noch links um Wähler wildern – bei SPD und Linken.“ Nur dort haben sie noch Wachstumspotenzial; liberale und konservative Öko-Fans seien von Habecks Heizungs-Hammer verschreckt.
Die Wohlhabenderen wollen und könnten sich zwar den grünen Traum von Solardach, Wärmepumpe und E-Auto-Heim-Ladestation leisten – fänden aber weder Handwerker noch Wärmepumpen. Der Rest fühle sich schlicht überfordert vom Brutal-Verzicht und dem teuren Umstieg.
Die Grünen, so Binkert, drohten auf ihre alte Stamm-Klientel zu schrumpfen – da ändert auch nichts, dass sich Außenministern Baerbock aktuell wieder leicht berappelt, von Platz zehn auf Platz acht.


