Ramstein – Wenn die Amerikaner bauen, dann in Superlativen! Teslas Giga-Fabrik in Brandenburg. Jetzt die Giga-Klinik in Ramstein. Das entsteht derzeit neben der US-Airbase – das größte US-Auslandskrankenhaus weltweit: 1, 1 Milliarden teuer, 4000 Zimmer, 120 Behandlungsräume, 9 OP-Säle.
Von so einem riesigen neuen Krankenhaus können sowohl der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach (60, SPD) als auch der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (63, SPD) nur träumen.
Zwar entsteht die Giga-Klinik mitten in Deutschland, aber auf amerikanischem Einfluss-Gebiet. Das Militärkrankenhaus ist geplant für die Vollversorgung von tausenden US-Amerikanern in Rheinland-Pfalz und verwundeter US-Soldaten aus Kriegsgebieten. Deutschland beteiligt sich am Bau mit 151 Mio. Euro.
Kräne brauchen luftverkehrsrechtliche Genehmigung
Noch drehen sich die Arme der riesigen Baukräne. Um die bis zu 70 Meter großen Baugeräte bei Weilerbach überhaupt aufstellen zu dürfen, war sogar eine luftverkehrsrechtliche Genehmigung nötig.
Foto: Uwe Anspach/dpa
Matthias Göbel vom Amt für Bundesbau überwacht den Bau: „Wir befinden uns hier direkt in der Einflugschneise der US Air Base Ramstein. Auf dem Radar des Stützpunkts sind die Kräne als Hindernisse sichtbar.“
Göbel: „Wir haben im November den ersten Beton von insgesamt rund 100 000 Kubikmetern gegossen und sind absolut im Zeitplan.“
Foto: Uwe Anspach/dpa
Ziel ist ein fertiger Rohbau im Juli 2024, drei Jahre später soll das Gebäude komplett fertig sein. Göbel: „Wir gießen hier, wie es ein US-Ingenieur einmal ausdrückte, ein Wunder in Beton.“
1400 Bauarbeiter, 15 Kräne
Das Krankenhaus neben dem US-Stützpunkt Ramstein ist keine Reaktion auf den Ukraine-Krieg, sondern ein lange geplanter Ersatz für eine Klinik bei Landstuhl von 1953.
Bettina Bachem, Leiterin der Niederlassung Weilerbach des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB). „Zehn Kräne stehen in Betonfundamenten auf dem Areal, in der Spitze werden es 15 sein. „Baustellenlogistik ist entscheidend. Wir haben hier aktuell 150 Arbeiter, später werden es 1200 bis 1400 sein – plus 160 Mann Büropersonal und Objektüberwachung.“
Für die Baustelle der Superlative wurden rund 47 Hektar Wald gerodet. Göbel: „Die USA übernehmen die Baukosten für die Klinik. Der Bund beteiligt sich mit 151 Millionen Euro an den Planungs-und Baubetreuungskosten.“ Mehr als 1,1 Milliarden Euro werden für den Bau sowie die Infrastrukturarbeiten veranschlagt.
Riesige US-Fahne kommt auf die Fassade
Das Krankenhaus muss deutsche Anforderungen erfüllen, Betreiber sind aber die USA – dort gelten zum Teil andere Regeln. Bachem: „Das klingt banal, hat aber weitreichende Folgen für Planung und Ausführung. Es geht etwa um die Frage, ob Patienten mit dem Kopf oder mit den Füßen voran in einen Operationssaal gefahren werden.“
Die USA sind Bauherr der Klinik. Das wird auch an der geplanten Fassade sichtbar: Aufwendig geschwungen soll sie eine riesige wehende US-Fahne symbolisieren – als Stück Heimat für US-Soldaten und ihre Angehörigen in der Fremde.


