Die hohen Energiepreise haben dem RWE-Konzern exzellente Geschäftszahlen beschert. Positiv: Das Unternehmen weitet auch seine Windkraftkapazitäten aus.
Der Energiekonzern RWE hat in den ersten drei Monaten des Jahres blendende Geschäfte gemacht. Hintergrund seien vor allem höhere Erträge der internationalen Stromerzeugung im Segment Wasser/Biomasse/Gas, teilte der Konzern am Donnerstag überraschend in Essen mit.
Dieser Boomsektor zählt zum sogenannten Kerngeschäft von RWE, zu dem außerdem der Energiehandel, sowie die Solar- und Windenergie gehören. Der bereinigte Konzerngewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda genannt) verdoppelte sich vorläufigen Zahlen zufolge auf nahezu 2,8 Milliarden Euro. Das bereinigte Nettoergebnis stieg sogar noch stärker und lag bei 1,671 Milliarden Euro. An der Börse kamen diese Nachrichten gut an: Der Kurs von RWE-Aktien stieg zwischenzeitlich 3,2 Prozent.
Ausbau der Windkraft
Der Energiekonzern profitiert von den im Zuge des Ukrainekriegs massiv gestiegenen Strompreisen in Europa. Dabei verweist der Konzern auch darauf, dass er die Kapazitäten für die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen erheblich ausweite. So habe RWE etwa viel Geld in den Ausbau von Windparks gesteckt. Die in Offshore-Windparks installierte Leistung sei binnen einem Jahr um ein Drittel gestiegen, Onshore liege das Plus sogar bei über 50 Prozent.
RWE betreibt sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien große Offshore-Windparks vor der Küste. Das Unternehmen betreibt daneben aber auch eine große Anzahl fossiler Kraftwerke, die vor allen Dingen mit Erdgas und Kohle befeuert werden. Zuletzt sorgte der Energiekonzern zudem für Schlagzeilen durch Pläne, auf der Ostseeinsel Rügen ein Terminal für die Entladung von LNG-Tankern zu errichten (LNG ist die Abkürzung des englischen Begriffs für verflüssigtes Erdgas). Das Vorhaben löste erhebliche Proteste unter Anwohnern und Naturschützern aus. Derzeit laufen erste Erkundungsarbeiten vor Ort.
beb/dpa



