Medien

Springer fordert Millionenabfindung von Julian Reichelt zurück

24.04.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Der Springer-Verlag wirft Julian Reichelt Vertragsbruch vor. (Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images)

Der Verlag reicht Klage gegen den ehemaligen Chefredakteur der „Bild“ ein. Außerdem könnte noch eine Vertragsstrafe auf ihn zukommen.

Der Axel-Springer-Verlag hat Klage gegen den ehemaligen Bild-Chef Julian Reichelt eingereicht. Der Konzern will eine siebenstellige Abfindung zurückfordern, die Reichelt bei seinem Abgang erhalten hatte. Außerdem könnte eine sechsstellige Vertragsstrafe auf Reichelt zukommen. Der Fall liegt beim Arbeitsgericht Berlin, wie eine Gerichtssprecherin am Montag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Klage sei am 20. April bei Gericht eingegangen. Der nächste Schritt sei, einen Gütetermin festzusetzen.

Zuvor hatte der Spiegel darüber berichtet. Als Reichelt im Herbst 2021 entlassen wurde, schloss er demnach mit Springer einen Abfindungsvertrag – darin ist eine Abfindung in Millionenhöhe vereinbart. Außerdem sollen sich die Parteien dort auch auf diverse Pflichten geeinigt haben. Reichelt soll mehrere dieser Pflichten verletzt haben.

Bei den Pflichtverletzungen sei es um vertrauliche Daten gegangen, die er herausgegeben haben soll, so der Spiegel. Auch ein angebliches Abwerbeverbot habe er unterzeichnet – für sein Medienunternehmen Rome Medien GmbH arbeiten inzwischen jedoch einige ehemalige Bild-Redakteure. Eine Klausel in diesem Vertrag soll Reichelt eine sechsstellige Strafe einbringen können – zusätzlich zu der zurückgeforderten Abfindungssumme.

Reichelt wurde 2021 von seinem Posten entbunden. Zahlreiche Mitarbeiterinnen sagten gegen ihn aus und warfen ihm Machtmissbrauch vor, außerdem soll er Affären mit ihm unterstellten Mitarbeiterinnen gehabt haben. Reichelt bestreitet die Vorwürfe. Ein Springer-Sprecher sagte, zu laufenden juristischen Verfahren äußere man sich nicht.© SZ/zaa/case – Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.

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