Skandal bei Axel Springer

Wie Döpfner seine „Ossi“-Schmähungen rechtfertigt

14.04.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner im Januar beim „Welt“-Wirtschaftsgipfel mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Frederic Kern

Nachdem Springer-Chef Döpfner Ostdeutsche pauschal beschimpft hat, versucht er politisch korrekte Schadensbegrenzung. Er habe die AfD gemeint.

BERLIN. Nachdem brisante E-Mails und Chatnachrichten des Vorstandsvorsitzenden von Axel Springer, Mathias Döpfner, geleakt wurden, versucht dieser sich zu verteidigen. Er habe „keinerlei Vorurteile gegen Menschen aus dem Osten Deutschlands“, beteuerte er in einer Stellungnahme.

Das hatte in den geleakten Nachrichten etwas anders geklungen: „Die Ossis werden nie Demokraten. Vielleicht sollte man aus der ehemaligen DDR eine Agrar- und Produktionszone mit Einheitslohn machen“, hatte er geschrieben. An anderer Stelle formulierte der Medienmogul: „Die Ossis sind entweder Kommunisten oder Faschisten. Dazwischen tun sie es nicht. Eklig.“

Döpfner wollte FDP auf 16 Prozent hochschreiben

Die Zeit hatte Teile des Nachrichtenverkehrs des 60jährigen veröffentlicht. Döpfner begründet seine kritisierten Äußerungen nun so: „Ich bin seit Jahrzehnten enttäuscht und besorgt, daß nicht wenige Wähler in den neuen Bundesländern von ganz links nach ganz rechts geschwenkt sind. Der Erfolg der AfD beunruhigt mich.“

Döpfner versucht nach eigenen Angaben, seine Medien Welt und Bild auf FDP-Kurs zu bringen. Dem einstigen Bild-Chef Julian Reichelt gab er im vergangenen Wahlkampf – auch diese Nachricht wurde geleakt – das Ziel vor, für „16 Prozent mindestens“ durch die Berichterstattung des Boulevardblattes zu sorgen.

Die Veröffentlichung der E-Mails reiße seine wirkliche Meinung aus dem Zusammenhang, kritisiert der Springer-Chef nun: „Wie ich denke, zeigen meine über vier Jahrzehnte publizierten Artikel. Für jedes veröffentlichte Wort lasse ich mich in die Verantwortung nehmen. Aus dem Zusammenhang gerissene Text- und Gesprächsschnipsel können nicht als mein ›wahres Denken‹ dagegengesetzt werden.“ Er streite gern im Sinne der Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit – gerade auch mit den Chefredakteuren des Verlags. (fh)

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