In den Niederlanden absolviert die »Koru« erste Testfahrten, sie ist Jeff Bezos’ neue Luxusjacht. Der Dreimaster ist so groß, dass beinahe eine alte Brücke für ihn abgerissen worden wäre.
Der Name des Schiffes soll »Koru« lauten. In der Sprache der Maori Neuseelands bezeichnet das ein sich auffächerndes Blatt des Silberfarns. Doch von den sonnigen Meeren Ozeaniens ist die Jacht noch ein gutes Stück entfernt, mehr als 18.000 Kilometer Luftlinie, um genau zu sein: Ein Video zeigt, wie die »Koru« durch graue Nebelschwaden vor der niederländischen Küste fährt. Der Segel-Kanal »Dutch Yachting« hat es hochgeladen.
Die Aufnahmen zeigen den Dreimaster zunächst im Schlepptau von Schleppschiffen, später dann in eigenständiger Fahrt, angetrieben vom Bordmotor. Es sind offenbar die ersten Testfahrten einer der teuersten Luxusjachten der Welt: 127 Meter ist die »Koru« lang – und geschätzte 500 Millionen Dollar teuer, umgerechnet 470 Millionen Euro. Auf diese Summe wurden die Baukosten auf der niederländischen Oceanos-Werft taxiert. Auftraggeber des Baus ist laut zahlreichen Medienberichten einer der reichsten Menschen der Welt: Amazon-Gründer Jeff Bezos.
Ärger wegen einer Brücke
Das Schiff hatte bereits in der Bauphase für erhebliches Aufsehen gesorgt: Wegen seiner enormen Größe war zwischenzeitlich geplant, für den Transfer des Schiffes die Koningshaven-Brücke in Rotterdam zeitweilig abzubauen – sonst hätte das Schiff sie nicht passieren können. Doch die Pläne sorgten für Entrüstung bei vielen Bürgern in den Niederlanden: Die Hauptpfeiler der Brücke stehen bereits seit dem Jahr 1878 – und viele Bürger mochten nicht einsehen, warum das Bauwerk weichen sollte für das Luxusspielzeug von Jeff Bezos.
Am Ende durfte die Brücke – von den Rotterdamern »De Hef« genannt – stehen bleiben. Der Mittelteil des Bauwerks kann rund 40 Meter in die Höhe gefahren werden, um größeren Schiffen die Durchfahrt zu erlauben. Nur für die bis zu 80 Meter hohen Masten von Bezos »Koru« hätte das eben nicht gereicht. Um das Nadelöhr zu passieren, wurde die Jacht deshalb im vergangenen Jahr ohne Masten zu einer anderen Werft verlegt – und dort fertiggestellt. beb





