Knallhart-Forderung gegen Flüchtlinge

Erster EU-Regierungschef fordert Zaun um Europa

08.02.2023
Lesedauer: 3 Minuten
Die illegale Migration nach Europa nimmt zu – das wird Thema beim EU-Gipfel am Freitag Foto: imago/epd

Österreichs Kanzler Karl Nehammer (50, ÖVP) fordert den Knallhart-Schutz der EU-Außengrenzen gegen illegale Migration!

Nehammer zu BILD: „Physische Infrastruktur und Barrieren sind notwendig, um diese Außengrenzen zu schützen.“ Heißt: Zäune, Barrieren und was dazu gehört!

Damit ist Nehammer der erste Regierungschef aus der EU, der in der akuten Krise Mauern und Zäune um die EU fordert! Sein Ziel: die Reisefreiheit innerhalb der EU zu erhalten und keine neuen Grenzkontrollen einrichten müssen!

Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer (50)
Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer (50, ÖVP)
Foto: Alexander Zemlianichenko/dpa

Die neue Flüchtlingskrise

Europa befinde sich inmitten einer neuen Flüchtlingskrise, da müsse schnell und klar gehandelt werden, so Nehammer am Vortag des EU-Sonderrates zur Migrationspolitik am Donnerstag und Freitag in Brüssel.

Nehammer weiter: „Der Schutz der EU-Außengrenzen ist eine Notwendigkeit, kein Wunsch.“ Mit Blick auf den freien Reiseraum („Schengen“) innerhalb Europas sagte er: „Wenn Europa seine Grenzen nicht schützen kann, dann führt sich der Schengen-Raum ad absurdum.“ Es könne „nicht sein, dass Migranten, die sichere Drittstaaten durchqueren, ungehindert EU-Außengrenzen überschreiten“.

Für den Bau von Zäunen, Mauern und Ähnlichem brauche es „auch finanzielle Unterstützung durch die EU“.

Diese Bilder an der EU Außengrenze (ungarischen Grenze zu Serbien 2015) könnten bald wieder Alltag sein
Bilder wie diese, aufgenommen an der EU-Außengrenze zwischen Ungarn und Serbien 2015, könnten bald wieder Alltag sein
Foto: AFP

EU im Krisenmodus

In Brüssel wollen sich die EU-Staatschefs am Donnerstag und Freitag auch mit der Migrations-Problematik befassen.

▶︎ Grund: Längst ist die EU wieder im Krisenmodus. Besonders nach Deutschland kommen so viele Migranten wie seit 2015 nicht mehr: Im Jahr 2022 wurde die Obergrenze von 200 000 Asylanträgen klar gerissen. 244 132 Anträge wurden gestellt. Das waren 53 316 mehr als im Jahr zuvor (2021: 190 816) – ein Plus von einem Fünftel!

Und es geht so weiter: Allein im Januar 2023 waren es laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 29 072 Erstanträge – ein Plus von 111,8 Prozent. Und deutlich mehr als zu Beginn des großen Krisenjahres 2015.

In einer Regierungserklärung hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (64, SPD) am Mittwoch im Bundestag erklärt: Nötig sei „eine wirksame Kontrolle unserer Außengrenze“ – gemeint: die der EU.

Scholz weiter: „Zugleich ist ganz klar: Wer hier kein Bleiberecht erhält, der muss Deutschland auch wieder verlassen. Deshalb haben wir rechtliche Hürden gesenkt, Straftäter und Gefährder auszuweisen, und die Abschiebehaft verlängert.“

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