Fast überall ist die Maskenpflicht gefallen – im Bundesgesundheitsministerium aber nicht! Man habe schließlich eine „Vorbildfunktion“, begründete Gesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) seine Masken-Bastion am Donnerstag bei „Markus Lanz“.
Wie bitte? Immer noch? Wird die Maske Lauterbachs neue Fliege, sein neues Markenzeichen?
Lauterbachs Ministerium hält weiter an der Maske fest, erklärte der Gesundheitsminister. Hier kam es am Donnerstag zur großen Corona-Abrechnung.
„Irgendwann wird das aufhören“, sagte Lauterbach über die Ministeriums-Maskenpflicht – wann genau? Das blieb offen.
Und auch in anderen Bereichen bleibt der Gesundheitsminister auf Masken-Kurs.
Kinderärztin Agnes Genewein kritisierte in der Talk-Runde: „Wir dürfen bis heute nicht selbständig regieren, welche Maßnahmen wir ergreifen. Sondern wir müssen immer noch Masken überall tragen.“ Sie hätte sich schon früh deutlich mehr Eigenverantwortung und Freiheit gewünscht, so die Ärztin. „Wir wissen, wie gut und wo wir uns schützen können.“
Heißt: Fachleute wie Ärzte dürfen immer noch nicht selbst entscheiden, wann und wo Maske getragen werden muss.
Lauterbachs Antwort: „Das klappt ja auch sehr oft, dass das dann freiwillig gemacht wird. Aber es klappt halt nicht immer.“ Und weiter: Wenn das Tragen einer FFP2-Maske keine Pflicht wäre, würde es an vielen Stellen nicht gemacht.
Heißt nach Lauterbach-Logik: Man kann sich zwar freiwillig fürs Maskentragen entscheiden – aber eben keinesfalls dagegen!
App-User kommen hier zur Maskenpflicht-Umfrage.
Im Rahmen der großen Corona-Abrechnung räumte Lauterbach ein: Manche Maßnahmen während der Pandemie seien „Schwachsinn“ gewesen. Damit bezog er sich auf die Draußen-Regeln, wie das zeitweise ausgesprochene Verbot, ohne Maske joggen zu gehen. „Das ist natürlich klar, das sind Exzesse gewesen“, so Lauterbach. Auch die langen Kita- und Schulschließungen seien ein Fehler gewesen.
ABER: Insgesamt fiel Lauterbachs Bilanz knapp drei Jahre nach Beginn der Pandemie positiv aus – Deutschland sei „gut durchgekommen“. Vorbei ist die Pandemie laut Lauterbach dabei immer noch nicht!
Bemerkenswerte #Lanz Sendung gestern zum Thema Fazit nach 3 Jahren #Pandemie , u.a. mit einem sehr klaren @heribertprantl . Dass dabei der Protagonist immer neuer #Corona Horrorszenarien kaum Selbstkritik oder Selbstreflexion zeigt, ist bekannt, dennoch erschreckend. #Lauterbach https://t.co/blTsyfEAAy
— Tino Sorge (@TinoSorge) February 10, 2023
Scharfe Kritik von Journalist und Jurist Heribert Prantl. Er warf Lauterbach Hysterie und eine Politik der Angst vor – mit fatalen Folgen. Denn, so Prantl: Lauterbach habe „hysterisiert“ und dadurch „die Querdenkerei mit großgezogen“. Ein Vorwurf, den Lauterbach als haltlos zurückwies.
Prantls Urteil über drei Jahre Corona in Deutschland: „Mir war dieser Staat, der mein Staat ist, der unser Staat ist, nie so fremd wie in dieser Zeit.“


