Rote Zahlen, Aktien-Rumms

Adidas schmiert nach Rauswurf von Kanye West ab

09.02.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Adidas beendete im Oktober 2022 die jahrelange Zusammenarbeit mit Kanye West. Grund: Der US-Rapper hatte sich mehrfach antisemitisch geäußert Foto: JULIEN DE ROSA CHRISTOF STACHE/AFP

Huch, was ist denn da plötzlich in Herzogenaurach bei Adidas los?

Die abrupte Trennung von Skandal-Rapper Kanye West (45) drückt den Sportartikel-Konzern im laufenden Jahr voraussichtlich in die roten Zahlen.

Im schlechtesten Fall sei 2023 ein operativer Verlust von 700 Millionen Euro zu erwarten, im besten Fall eine schwarze Null, teilte Nummer zwei auf dem Weltmarkt für Sportschuhe und -kleidung am Donnerstagabend mit.

Folge: Die Adidas-Aktie stürzte im Späthandel um 9,5 Prozent auf 140 Euro ab.

Adidas hatte die jahrelange Zusammenarbeit mit dem US-Rapper beendet, nachdem dieser mehrfach mit verbalen Ausfällen und mit antisemitischen Äußerungen Negativ-Schlagzeilen gemacht hatte. Für die von West designte Marke „Yeezy“, die jahrelang Milliardenumsätze und hohe Margen gebracht hatte, verhängte Adidas einen Verkaufsstopp.

Damit fehlen dem Unternehmen im neuen Jahr 1,2 Milliarden Euro Umsatz und ein operativer Gewinn von 500 Millionen Euro.

Für „Yeezy“-Schuhe und -Bekleidung von Kanye West zahlten die Kunden Preise zwischen 200 und 700 Dollar.

Das Ende der Partnerschaft hatte Adidas bereits im Weihnachtsgeschäft 250 Millionen Euro Gewinn gekostet. Was mit dem schon produzierten, aber aus den Regalen genommenen Warenbestand passieren soll, lässt Adidas bisher offen. Sollte er nicht mehr verkauft werden, müsse man darauf 500 Millionen Euro abschreiben, warnte der Konzern.

Insgesamt macht sich Adidas im laufenden Jahr auf einen Umsatzrückgang um bis zu neun Prozent gefasst. Das wären rund zwei Milliarden Euro weniger als 2022. Im vergangenen Jahr ist der Konzernumsatz währungsbereinigt noch um ein Prozent auf 22,5 Milliarden gestiegen.

Der operative Gewinn brach um mehr als zwei Drittel auf 669 Millionen (2021: 1,99 Milliarden) Euro ein. Für das laufende Jahr hatten Analysten bisher wieder mit einem Milliardengewinn gerechnet – daraus wird nun wohl nichts.

Unter dem Strich blieben 2022 – wie im Herbst angekündigt – nur noch 254 Millionen (1,49 Milliarden) Euro.

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