Skandal-Rauswurf an US-Universität

Professorin zeigt Mohammed-Bild – gefeuert!

09.01.2023
Lesedauer: 3 Minuten
Dieses Bild aus dem Jahr 1306 behandelte die Professorin mit den Studenten ihres Kunstgeschichte-Kurses: Der Engel Gabriel zeigt auf den Propheten Mohammed und überbringt ihm die erste Koran-Offenbarung Foto: Rashid al-Din Ṭabib/Wikimedia Commons

Muslimische Studenten sehen die Darstellung des Propheten als Gotteslästerung und bekommen von der Uni Recht ++ Schriftsteller-Verband PEN protestiert

Mit großer Vorsicht bereitete US-Professorin Erika López Prater (42) ihre Studenten darauf vor, dass sie in ihrem Kurs ein Bild des Propheten Mohammed zeigen würde. Trotzdem ist sie jetzt ihren Job an der Hamline University in St. Paul (Minnesota) los.

Das Werk aus dem 14. Jahrhundert zeigte sie laut der „New York Times“ im Rahmen ihres Kurses zu globaler Kunstgeschichte. Neben dem islamischen Propheten bekamen die Studenten auch ein Bild Buddhas zu sehen.

Laut dem Bericht der Zeitung bat López Prater ihre Studenten zunächst, sich mit etwaigen Bedenken an sie zu wenden. Gemeldet habe sich niemand. Am Tag der Präsentation des Werks sagte sie den Studenten, dass das Abbild des Propheten in wenigen Minuten behandelt werde. Wer gehen wolle, könne dies tun.

Dann zeigte López Prater das Bild – und verlor ihren Lehrauftrag.

Die Professorin lehrte an der Hamline University in St. Paul (Minnesota)
Die Professorin lehrte an der Hamline University in St. Paul (Minnesota)
Foto: Shutterstock/Sam Wagner

„Gotteslästerung“ – im Nachgang beschwerten sich Studenten

Grund: Eine Studentin aus dem Kurs beschwerte sich im Nachhinein bei der Verwaltung. Andere muslimische Studenten, die nicht an dem Kurs teilnahmen, unterstützten sie. Der Unterricht sei ein Angriff auf ihre Religion, behaupteten sie – und forderten Konsequenzen. Denn: Viele Muslime betrachten Abbilder des Propheten stets als „Gotteslästerung“.

Die Hochschul-Verwaltung wertete den Vorfall in einer E-Mail an Studenten und Lehrkräfte daraufhin als klar islamfeindlich. López Prater wurde mitgeteilt, dass ihre Dienste im kommenden Semester nicht mehr benötigt würden.

Und: Die Präsidentin der 1800-Studenten-Privatuni unterzeichnete eine E-Mail mit, in der es hieß, dass der Respekt für die muslimischen Studenten „Vorrang vor der akademischen Freiheit haben sollte“.

Der Rauswurf der Professorin sorgte in den USA für wüste Debatten. In einer Bürgerversammlung sagte ein Religionsprofessor der Hamline University: „Es gibt viele muslimische Gelehrte, Experten und Kunsthistoriker, die nicht glauben, dass das islamfeindlich war.“

Ein muslimischer Redner entgegnete, dass es zu jedem Thema extremistische Rand-Stimmen gebe. Als solche wertete er auch das Handeln der Professorin. Dann bemühte er einen absurden Vergleich: „Sie können eine ganze Klasse zur Frage unterrichten, warum Hitler gut war.“

Fakt ist aber, dass das Werk regelmäßig in Kunstgeschichte-Seminaren behandelt wird.

Der renommierte Schriftsteller-Verband PEN America kritisiert: „Wenn diese Berichte zutreffen, hat die Hamline University einen der ungeheuerlichsten Verstöße gegen die akademische Freiheit in jüngster Zeit begangen.“

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