Russen zerstören Strom- und Wasserversorgung in Kiew

Millionen neue Flüchtlinge befürchtet

24.11.2022
Lesedauer: 3 Minuten
Quelle: BILD

Während die Welt auf die Fußball-WM blickt, nutzt Russlands Präsident Wladimir Putin (70) die Zeit, um die Ukraine kaputt zu bomben – und möglicherweise eine neue Flüchtlingswelle nach Europa auszulösen!

Mittwochnachmittag in Kiew: BILD-Reporter hören mehrere Explosionen. Wieder Raketen-Terror! Wieder ein Angriff auf Kraftwerke!

Schon in den vergangenen Wochen musste der Strom teilweise für Stunden abgestellt werden.

Am Mittwoch blieb ERSTMALS seit Kriegsbeginn die gesamte Hauptstadt dunkel, auch die Wasserversorgung und Heizung war unterbrochen. Bei eisigen Temperaturen (nachts minus 3 Grad) für viele dramatisch!

ERSTMALS seit Kriegsbeginn war am Mittwoch die gesamte Hauptstadt dunkel
ERSTMALS seit Kriegsbeginn war am Mittwoch die gesamte Hauptstadt dunkel
Foto: Evgeniy Maloletka/AP

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hatte in BILD bereits vor dem „schlimmsten Winter seit dem 2. Weltkrieg“ gewarnt und schlimmstenfalls eine Teil-Evakuierung nicht ausgeschlossen, sollten weitere Kraftwerke zerstört werden.

Am Mittwoch trafen russische Raketen dann tatsächlich ein Kraftwerk. Gleichzeitig wurden bei Angriffen mindestens drei Menschen getötet, darunter ein Säugling.

„Dieser Terror, er hört einfach nicht auf“, sagt eine Frau zu BILD, sie verlässt weinend ein Haus, das von einer Rakete getroffen wurde. Mutmaßlich wollten die Ukrainer eine Rakete, die das Kraftwerk treffen sollte, abschießen – doch sie traf ein Wohnhaus.

Auch in weiteren Städten wie Odessa und Charkiw gab es massive Störungen.

Die ukrainische Luftwaffe sprach von 71 russischen Raketen und Kampfdrohnen, die alleine am Mittwoch auf die Ukraine geschossen wurden. 51 russische Raketen und fünf Drohnen seien abgeschossen worden.

Die Strom-, Wasserversorgung und Heizung waren unterbrochen
Die Strom-, Wasserversorgung und Heizung waren unterbrochen
Foto: Evgeniy Maloletka/AP

Russland habe das Energiesystem und „gewöhnliche Leute“ mit einem tragischen Ergebnis beschossen, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj (44) in einer kurzen Videobotschaft: Es gebe Tote und Verletzte. Fachleute bemühten sich, die Schäden am Energienetz zu beheben. „Wir werden alles erneuern, und wir werden alles überstehen, denn wir sind ein unbeugsames Volk“, sagte er. Selenskyj forderte wegen des Angriffs eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates in New York.

Und jetzt? Selenskyj kündigte 4000 Wärmezentren im ganzen Land an. Aber das wird kaum reichen, wenn bei Millionen keine Heizung und Warmwasser mehr funktionieren.

Klitschko zu BILD: „Putin will die Menschen terrorisieren, sie frieren lassen. Mein Eindruck ist: Die Menschen werden nur noch wütender, noch entschlossener. Wir werden nicht sterben oder fliehen so wie Putin es möchte.“ Allerdings sei die Ukraine mehr denn je auf Unterstützung aus dem Westen angewiesen.

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