Klima-Aktivisten haben ein Rollfeld des Flughafen BER blockiert. Während sich einige festklebten, waren andere mit Fahrrädern auf dem Gelände unterwegs. Der Flugverkehr am BER wurde zum Erliegen gebracht.
Klima-Protestler der „Letzten Generation“ sind am Donnerstag unbefugt auf das Fluggelände des BER eingedrungen, der Flugverkehr musste eingestellt werden. Das teilte ein Sprecher des Flughafens am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur mit.
Die Aktivisten der Gruppe „Letzte Generation“ seien offenbar an zwei Stellen auf das Flughafengelände gekommen, sowohl auf der Nord- als auch auf der Südseite. Daher seien nun beide Pisten gesperrt.
Wie auf der Webseite „FlightRadar24“ zu sehen war, änderten einige Flugzeuge, die Richtung Berlin unterwegs waren, ihren Kurs: Mehrere Maschinen drehten ab und kreisten über dem Flughafen.
Video zeigt durchgeschnittenen Zaun
Wie viele Personen sich unbefugt auf dem Gelände befinden, sei derzeit unklar, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei dem rbb. Sie bestätigte, dass sich eine Person mit Fahrrad unbefugt auf dem Gelände befinde, um Filmaufnahmen zu machen. Andere Personen hätten sich auf den beiden Start- und Landebahnen des Flughafens festgeklebt. Wie lange der Einsatz dauern werde und wann der Flugverkehr wieder aufgenommen werden könne, sei derzeit nicht absehbar. „Wir müssen einkalkulieren, dass wenn sich keine Personen mehr unerlaubt auf dem Fluggelände befinden, weitere Sicherungsmaßnahmen erfolgen müssen, ehe der Flugverkehr wieder beginnen kann.“
Die Aktivisten streamten die Aktion live bei Twitter und Youtube. Dort war zu sehen, wie sie kurz nach 16 Uhr einen Zaun durchknipsten und auf das Flughafengelände gingen. Anschließend hielten sie Banner in die Kamera und erklärten ihre Motive. Es war auch zu sehen, wie sich Aktivisten mutmaßlich am Boden festklebten. Etwa zehn Minuten nach Beginn der Aktion war im Livestream Blaulicht zu erkennen, wenig später waren auch Polizisten zu hören.
Die „Letzte Generation“ hatte am Nachmittag zunächst in einer Pressemitteilung über den Protest informiert. Demnach haben sich einige Aktivisten auf dem Asphalt festgeklebt, „andere fahren mit Fahrrädern über den Rangierbereich und bringen so den Flugverkehr zum Erliegen“, heißt es in der Mitteilung.
Verspätungen und Einschränkungen
Nach Angaben der Aktivisten soll die Polizei unmittelbar vor Beginn der Protestaktion per Notruf über das Vorhaben informiert worden sein. Bestätigen ließ sich diese Information zunächst nicht.
Auf der Flughafen-Webseite des BER wurden vor der kompletten Sperrung der beiden Start- und Landebahnen einige Flüge, die planmäßig zwischen 16:40 und 16:50 Uhr nach Köln/Bonn und Stuttgart abheben sollten, als verspätet markiert. Fünf Flüge, die gegen 16:45 Uhr am BER ankommen sollten, wurden im Informationssystem des Flughafens ebenfalls als verspätet gekennzeichnet.
Sendung: rbb24, 24.11.2022, 21:45 Uhr
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