Einschlag in Polen

Nato-Diplomat wütet nach Selenskyj-Aussage: „Zerstörerischer als die Rakete“

17.11.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Nato-Diplomat wütet nach Selenskyj-Aussage: „Zerstörerischer als die Rakete“ Foto: FOCUS online/Wochit

Das Wichtigste

  • Der Raketeneinschlag in Polen sorgt auch zwei Tage später noch für Wirbel.
  • Der Westen vermutet, dass die Rakete aus der Ukraine stammte – Selenskyj beschuldigt dennoch Russland.
  • Das sorgt für heftige Kritik am ukrainischen Präsidenten.

Ein Raketeneinschlag hat am Dienstag zwei Menschen in Polen getötet. Der Westen geht davon aus, dass es eine oder mehrere ukrainische Flugabwehrrakete waren. Der ukrainische Präsident sieht das allerdings anders. „Ich denke, dass es eine russische Rakete war – gemäß dem Vertrauen, das ich zu den Berichten der Militärs habe“, sagte Selenskyj am Mittwoch. Das sorgt für Kritik.

„Jetzt wird es lächerlich“, wütet der Nato-Diplomat nach Selenskyj-Äußerung

Ein namentlich nicht genannter Diplomat eines Nato-Landes wütete in der „ Financial Times “ über die Aussage des Präsidenten. „Jetzt wird es lächerlich. Die Ukrainer zerstören unser Vertrauen in sie. Niemand gibt ihnen die Schuld, und jetzt lügen sie öffentlich. Das ist zerstörerischer als die Rakete“, zitiert die Zeitung den Diplomaten.

Und auch vom US-Präsidenten kommt Widerspruch. „Das ist nicht die Beweislage“, sagte Joe Biden am Donnerstag, angesprochen auf die Behauptung seines ukrainischen Kollegen. Ungarn kritisierte die Äußerungen des ukrainischen Staatschefs als unverantwortlich. „In einer solchen Situation äußern sich weltweit führende Politiker verantwortungsbewusst“, sagte Gergely Gulyas, Stabschef des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. „Der ukrainische Präsident hat sich geirrt, als er sofort die Russen beschuldigte. Das ist ein schlechtes Vorbild.“

Selenskyj fordert „Zugang zu allen Daten“, um Lage zu klären

Kiew habe bislang keine Beweise dafür gesehen, dass es sich um eine ukrainische Rakete handelte, sagte Selenskyj und forderte eine gemeinsame Untersuchung. In seiner täglichen Videobotschaft rief er die Verbündeten der Ukraine später auf, „alle Daten“ über den Vorfall zur Verfügung zu stellen. „Wir wollen alle Details klären, alle Fakten. Deshalb brauchen wir (…) Zugang zu allen Daten im Besitz unserer Partner sowie zum Ort der Explosion“, sagte Selenskyj.

Unabhängig davon, aus wessen Arsenal die Rakete stammten, sind sich international viele Beobachter einig, dass Russland mit seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine auch für den Einschlag in Polen letztendlich die Verantwortung trägt. Im polnischen Grenzgebiet zur Ukraine war am Dienstag eine Rakete eingeschlagen und hatte zwei Menschen getötet.

til/mit Agenturmaterial

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