Angst vor Stromausfällen

Behörden arbeiten an Notfall-Plan fürs Bargeld

15.11.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Bei einem Stromausfall werden bei Bankautomaten die Bildschirme schwarz Foto: Thomas Aumann - stock.adobe.com

Fällt der Strom aus, funktionieren nicht nur die Supermarktkassen nicht mehr, sondern auch die Bankautomaten. Millionen Deutsche könnten dann Schwierigkeiten haben, Lebensmittel zu kaufen.

Die Bundesbank bereitet sich deshalb mit der Finanzaufsichtsbehörde BaFin und mehreren Branchenverbänden auf den absoluten und eher unwahrscheinlichen Notfall vor: Wie kann die Bevölkerung bei einem tagelangen Stromausfall mit Bargeld versorgt werden?

Denn Banken sind für eine solche Krisensituation nicht ausreichend vorbereitet, sagte ein Behördenvertreter, der anonym bleiben will.

Wie Reuters unter Berufung auf vier Insider berichtet, plant die Bundesbank ihre Bargeldbestände aufzustocken. Möglich ist auch, dass Kunden bei ihrer Bank nur begrenzte Beträge abheben können.

Aus Sicht der Experten gibt es eine Achillesferse: Geldtransporter, die das Bargeld von der Bundesbank zu anderen Banken und Filialen bringen. Transporter-Betreiber wollen schon jetzt zur kritischen Infrastruktur gehören, um im Notfall ausreichend Treibstoff für ihre Wagen zu haben. „Es gibt große Regulierungslücken im Gesetz“, sagt der Geschäftsführer der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW), Andreas Paulick. „Wir müssen uns präventiv mit dem Blackout-Szenario befassen.“

Coronakrise war Bargeld-Stresstest

In den ersten Monaten der Corona-Pandemie deckten sich die Deutschen aus Unsicherheit mit Bargeld ein: Allein im März 2020 wurden 20 Milliarden Euro mehr abgehoben als eingezahlt – eine Rekordsumme für die Deutsche Bundesbank, die für die Bargeldversorgung zuständig ist. Das lief ohne Probleme.

Einem Insider zufolge hat die Bundesbank genug Bargeldbestände im Falle einer ähnlichen Zuspitzung des Bedarfs.

Wie wahrscheinlich sind Stromausfälle?

Mehr als 40 Prozent der Deutschen haben laut einer Civey-Umfrage vom November Angst vor einem Stromausfall. Die vier großen Übertragungsnetzbetreiber sind allerdings nicht wirklich besorgt: „Eine stundenweise krisenhafte Situation im Stromsystem im Winter 2022/23 ist zwar sehr unwahrscheinlich, kann aktuell aber nicht vollständig ausgeschlossen werden“, schreiben sie in einer Sonderanalyse.

Die großen Vier (50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW) sind in Deutschland für die überregionale Stromversorgung zuständig. (reu/nko)

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