The Big Quit

Kündigungswelle in Deutschland rollt – welche Branchen besonders betroffen sind

26.09.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Steht Deutschland eine Kündigungswelle erst noch bevor? Eine Umfrage gibt neue Einblicke. Foto: Getty Images/Tetra Images - Daniel Grill

Immer mehr Menschen schmeißen ihre Jobs hin. Bereits Mitte des Jahres erreichte der Trend „The Big Quit“ – das große Abschiednehmen – die Bundesrepublik. Eine neue Auswertung zeigt nun das komplette Ausmaß. Deutschland droht eine riesige Kündigungswelle.

Der Arbeitskräftemangel hat Deutschland seit geraumer Zeit fest im Griff. Große Kündigungswellen stellen Unternehmen nun vor große Probleme. Denn nicht die Unternehmen selbst sind es, die Mitarbeitende kündigen, die meisten schmeißen ihren Job selbst hin.

Eine aktuelle Auswertung des Personalsoftware-Unternehmens „Kenjo“ deutet darauf hin, dass über der Bundesrepublik die große Kündigungswelle hereinbrechen könnte. „Kenjo“, dessen Programm von vielen Konzernen bei der internen Verwaltung genutzt wird, hat mithilfe der Befragung ermittelt, dass von den 17.886 Teilnehmenden 44 Prozent in diesem Jahr (bis August) bereits ihren Job gekündigt haben. Das berichtet „ Bild “.

„The Big Quit“: Deutschland verzeichnet Rekordanzahl an Kündigung

Die 44 Prozent sind Rekord. 2021 verzeichnete man in Deutschland 44 Prozent an Kündigungen im gesamten Jahr. Aus der Umfrage geht zudem hervor, dass insbesondere junge Menschen zwischen 25 und 35 Jahren 2022 ihren Job hinschmeißen. Jede vierte Kündigung geht demnach auf Personen zurück, die in den frühen 1980er- bis späten 1990er-Jahren geboren wurden. Die Masse der Kündigungen könnten Deutschland aber erst noch bevorstehen. Im vergangenen Jahr kündigten die meisten Menschen zwischen September und Dezember.

Veränderungen im Privatleben, Karrierewechsel oder Gehaltsvorstellungen seinen die Hauptkündigungsgründe. Laut den Analysten von „Kenjo“ könnte die Kündigungsmotivation durch die Auswirkungen der Coronapandemie auf die Work-Life-Balance und niedrige Gehälter, aber auch durch saisonale Abhängigkeiten (etwa im Dienstleistungssektor) und eine hohe Fluktuation – besonders im IT-Sektor mit vielen offenen Stellen – signifikant erhöht worden sein.

Während der IT-Sektor mit 25 Prozent die Spitze des Eisberges bildet, sind das Gesundheitswesen mit 13 Prozent offenen Stellen, der Einzelhandel mit 17 Prozent und Dienstleistungen mit 22 Prozent betroffen. Demnach fallen drei von vier Kündigungen hierzulande in diese Bereiche.

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