Düstere Aussichten

Zur Weihnachtszeit gehen in vielen Städten die Lichter aus

22.09.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Licht aus: So glanzvoll wie in den vergangenen Jahren wird der Kurfürstendamm in diesem Winter nicht erstrahlen. (Quelle: Andreas Gora/imago images)

Ob privat oder öffentlich – in diesem Winter ist Stromsparen angesagt. Viele Städte haben bereits angekündigt, auch die Weihnachtsbeleuchtung zu reduzieren.

Früher war mehr Lametta und Lichterglanz: Infolge der Energiekrise und Inflation droht in deutschen Städten eine deutlich dunklere Weihnachtszeit. Drei Monate vor Heiligabend beraten viele Kommunen über Energiesparmöglichkeiten.

Weihnachtsmärkte bleiben weiterhin geöffnet

Zu den Maßnahmen angesichts der angespannten Lage an den Energiemärkten könne zählen, „die Weihnachtsbeleuchtung zu reduzieren oder vielleicht sogar ganz darauf zu verzichten, wenn dadurch große Einsparungen zu erzielen sind“, sagte ein Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebunds. Er betonte aber, dass Weihnachtsmärkte ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität und relevanter Wirtschafts- und Standortfaktor seien.

„Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Energiekrise besteht Übereinstimmung, dass es in diesem Jahr keine Beleuchtung wie in den vergangenen Jahren geben kann“, sagt ein Sprecher der Stadt Bamberg.

Sparmaßnahmen statt Lichterglanz

In Berlin drohen dunkle Einkaufsboulevards wie Kurfürstendamm, Tauentzienstraße oder Unter den Linden. Weil der Senat entschieden hat, die Straßenbeleuchtungen nicht zu unterstützen und mitzufinanzieren, suchen manche Bezirke und Geschäftsleute Sponsoren.

In Stuttgart sollen laut der Stadt die Ökostrom-Lichterketten nur noch 240 statt 450 Stunden an Tannenbäumen leuchten. Das Rathaus verzichtet ganz auf Beleuchtung und den Adventskalender in seinen Fenstern.

In Kiel sollen die Beleuchtungselemente auf den Weihnachtsmärkten und in den Fußgängerzonen nicht wesentlich reduziert werden. „Allerdings werden die Lichterketten und Sterne bereits um 22 Uhr abgeschaltet.“

Viele Städte suchen noch nach einem Kompromiss

In Essen wird „auf einige atmosphärische Lichtelemente“ verzichtet und die Beleuchtung der Marktstände deutlich später eingeschaltet.

Nürnberg verweist darauf, dass der Christkindlesmarkt seit fast zehn Jahren mit 100 Prozent Ökostrom versorgt werde, der Energieverbrauch der Beleuchtung sei mit LED-Lampen auf ein Minimum reduziert.

Auch Städte wie München, Kiel, PotsdamCottbus, Annaberg-Buchholz, Chemnitz, Erfurt, Jena und Weimar betonen, in den letzten Jahren weitgehend auf energiesparende LED-Technik umgestellt zu haben.

In Städten wie Aachen, Köln, Frankfurt/MainDarmstadt, Münster, DüsseldorfBielefeld, Hannover, Wiesbaden, Regensburg, Lübeck oder Flensburg wird derzeit geprüft – zum Teil in Arbeitsgruppen –, wie genau man der aktuellen Energienotlage noch Rechnung tragen könne.

Verwendete Quellen

  • Nachrichtenagentur dpa

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