Es ist eine historische Premiere: Erstmals hat der Bundestag über seinem Tagungsort die Regenbogenflagge gehisst. Anlass ist die Parade zum Christopher Street Day (CSD) in Berlin. Die Veranstalter erwarten Hunderttausende Teilnehmer.
Der Bundestag hat erstmals die Regenbogenflagge gehisst, die mit ihren sechs bunten Streifen als Symbol der Lesben, Schwulen und queeren Community gilt. Seit Samstagmorgen weht eine solche Flagge auf dem Südwestturm des Berliner Reichstagsgebäudes, dem Sitz des deutschen Parlaments. Zwei weitere wurden vor dem Ost- und dem Westportal des Gebäudes aufgezogen.
Auch das Kanzleramt und andere Institutionen wie das Bundesinnen- oder das Bundesverteidigungsministerium setzten mit der Regebogenflagge ein Zeichen, der Bundesrat hatte dies ebenfalls angekündigt. Anlass ist die ab Mittag in Berlin geplante große Demonstration anlässlich des Christopher Street Day (CSD), zu der die Veranstalter Hunderttausende Teilnehmer erwarten.


Quelle: dpa/Christoph Soeder
Erst im April hatte das Innenministerium offiziell die Genehmigung erteilt, dass die Regenbogenflagge zu bestimmten Anlässen vor oder auf Dienstgebäuden des Bundes gehisst werden darf. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) hatte die Flaggenhissung am Reichstag im Juni angekündigt und erklärt, dies werde die Sichtbarkeit des Bekenntnisses zu Vielfalt und Diversität noch einmal deutlich erhöhen.
Auch das Kanzleramt zeigt Regenbogenflagge
Auch das Kanzleramt hisste am Samstag die Regenbogenflagge. Das teilte der Chef des Kanzleramts Wolfgang Schmidt via Twitter mit. Dort schrieb er: „Es war mir eine Freude: Zum ersten Mal weht die Regenbogenflagge vor dem Kanzleramt. Happy Pride!“
Es war mir eine Freude: Zum ersten Mal weht die Regenbogenflagge vor dem Kanzleramt. Happy Pride! #CSD #PrideGermany @Bundeskanzler @lsvd pic.twitter.com/WSYTXSnEmY
— Wolfgang Schmidt (@W_Schmidt_) July 23, 2022
Als „queer“ bezeichnen sich nicht-heterosexuelle Menschen beziehungsweise solche, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren.
Der Christopher Street Day erinnert an Ereignisse Ende der 60er-Jahre in den USA. Am 28. Juni 1969 hatte die Polizei die Schwulenbar Stonewall Inn in der New Yorker Christopher Street gestürmt. Es folgten tagelange schwere Zusammenstöße zwischen Aktivisten und Sicherheitskräften. Der Aufstand gilt als Geburtsstunde der modernen Schwulen- und Lesbenbewegung.
dpa/AFP/jac


