Umfrage-Hammer: SPD stürzt auf Tiefstwert ab – AfD durch Krise immer stärker?

19.07.2022
Lesedauer: 3 Minuten
AfD beendet Bundesparteitag vorzeitig im Streit Der Bundesparteitag der AfD in Riesa ist inmitten bitterer Auseinandersetzungen vorzeitig beendet worden. In einer Debatte um eine Europa-Resolution verweigerten sich die Delegierten lange den Vorschlägen des Spitzen-Duos, Tino Chrupalla und Alice Weidel, ehe sie den Text schließlich doch an den Bundesvorstand überwiesen.

Wenn die Ampel-Koalition nicht vorher zerbricht, ist es noch lang hin bis zur nächsten Bundestagswahl 2025. Dennoch ist es spannend, wie sich die politische Stimmungslage im Land angesichts der Inflation, des Ukraine-Krieges und Gas-Krise entwickelt. Welche Parteien gehen aktuell bei der Sonntagsfrage gestärkt hervor, welche verlieren an Zustimmung?

In der aktuellen INSA-Umfrage gibt es eine klare Verliererin und eine Gewinnerin der Woche. Zeichnet sich da schon ein Umfrage-Trend der kommenden Monate ab?

Umfrage-Paukenschlag: SPD stürzt auf Tiefstwert ab – wird die AfD durch die Krise wieder stärker?

Die Kanzlerpartei SPD stürzt ab auf 18,5 Prozent (-1,5 Prozent). Das wären 7,7 Prozentpunkte weniger als bei der Bundestagswahl und es ist seit dem Wahlsieg der tiefste Umfragewert der Partei. Die Sozialdemokraten sackten zuletzt auch in anderen Umfragen unter 20 Prozent und kommen nun dem Umfrage-Niveau gefährlich nahe, das sie lange Zeit während der Großen Koalition hatten.

Damals steckte die SPD irgendwo um die 15 Prozent fest. Aber auch die aktuellen 18,5 Prozent sind für die Partei von Bundeskanzler Olaf Scholz ein desaströser Wert!

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Noch hätte die Ampel aber eine Mehrheit, weil die Grünen bei INSA auf 22 Prozent (+1 Prozent) kommen und die FDP auf 8 Prozent (-0,5 Prozent). In Umfragen anderer Institute kamen die Grünen zuletzt sogar auf bis zu 25 Prozent. Die Partei von Vizekanzler Robert Habeck und Außenministerin Annalena Baerbock hat derzeit Ampel-Partner SPD klar abgehängt.

Stärkste Partei bleibt in der INSA-Umfrage die Union. CDU/CSU kommen auf 26,5 Prozent (-0,5 Prozent). Damit liegt Friedrich Merz als Oppositionschef aber nur marginal über dem für die Union schwachen Wahlergebnis von Armin Laschet 2021.

AfD als Krisengewinnerin? Russlandfreundlicher Kurs bringt Umfrage-Plus

Die AfD scheint mit ihrem russlandfreundlichen Kurs aktuell von der Sorge um einen Gas-Notstand im Winter zu profitieren. Sie kommt auf 12 Prozent, was insbesondere auch angesichts des turbulenten Bundesparteitags im Juni erstaunlich ist. Der heftige parteitinterne Richtungsstreit scheint die Kernwählerschaft der Partei nicht abzuschrecken.

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Der Umfragewert liegt fast zwei Prozentpunkte über dem AfD-Ergebnis bei der Bundestagswahl 2021. Möglicherweise ist das auch schon ein Vorbote auf den Herbst und Winter. Wird es der AfD gelingen, in Opposition zur Ukraine-Politik der Ampel inflationsgeplagte Protestwähler an sich zu ziehen?

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Eine anderen Partei, die hier auch ein Potenzial hätte, kann sich dagegen noch nicht erholen. Die Linkspartei liegt bei INSA weiterhin bei nur 4,5 Prozent. Sie müsste, wenn heute Bundestagswahl wäre, somit um den Wiedereinzug ins Parlament bangen.

INSA befragte für die „Bild“-Zeitung für die repräsentative Umfrage 2062 Menschen im Zeitraum von 15. bis 18. Juli 2022.

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