Chinas Führung macht systematisch Analysten und Ökonomen mundtot, die die Pandemiepolitik der Regierung kritisieren. Dabei sind die wirtschaftlichen Schäden tatsächlich enorm.
Hong Hao war ein angesehener Finanzanalyst in China. Fernsehsender und Zeitungen zitierten ihn gern mit Einschätzungen zur Lage der heimischen Wirtschaft. Bis seine steile Karriere Anfang Mai einen schmerzhaften Dämpfer erlitt. Hong verließ seinen bisherigen Arbeitgeber, die chinesische Beteiligungsgesellschaft Bocom, aus „persönlichen Gründen“, wie das Unternehmen mitteilte. Danach war er nicht erreichbar, um seine Version der Geschehnisse zu schildern.
Vieles spricht dafür, dass er Opfer einer Intervention der chinesischen Behörden wurde. Immer wieder hatte Hong in den vergangenen Monaten in sozialen Medien, wo ihm Millionen Menschen folgten, auf die angespannte Lage der chinesischen Wirtschaft hingewiesen. Viele seiner Beiträge wurden jedoch zuletzt von den Zensoren gelöscht, seine Benutzerkonten zum Teil gesperrt.
Nur auf Twitter, wo die Internetwächter nicht eingreifen können, weil es sich um eine ausländische Plattform handelt, sind noch immer einige Beiträge von Hong lesbar. „Shanghai: zero movement, zero GDP“, lautete eine seiner letzten Nachrichten.

Bild: Bloomberg Finance



