Oscar-Gewinner wegen Vorwürfen sexueller Belästigung festgenommen

Schwere Vorwürfe gegen Bond-Autor schon zu Weinstein-Zeiten

20.06.2022
Lesedauer: 3 Minuten
Paul Haggis gewann zwei Oscars für den Hollywood-Hit „L. A. Crash“, den Oscar als bester Film und für das beste Original-Drehbuch Foto: Gnoni-Press

Es sind nicht die ersten Vorwürfe gegen den Oscar-Star.

Seine Filme wurden zu Welterfolgen, gewannen zwei Academy-Awards. Jetzt wurde der Drehbuchautor zweier „James Bond“-Filme und Erfolgsregisseur Paul Haggis (69) wegen schwerer sexueller Nötigung in Italien verhaftet.

Paul Haggis (rechts) mit Cathy Schulman und Jack Nicholson bei den Oscars 2006
Paul Haggis (r.) mit Cathy Schulman und Jack Nicholson bei den Oscars 2006 Foto: imago images/Future Image

Der Vorwurf: Haggis soll eine junge Frau zwei Tage gegen ihren Willen sexuell genötigt haben. Bei ihrer Berichterstattung beziehen sich die italienischen Medien auf schriftliche Aufzeichnungen lokaler Staatsanwälte.

Bereits im Zuge des Skandals um den Hollywood-Mogul Harvey Weinstein war Haggis von mehreren Frauen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt worden.

Higgis schrieb unter anderem das Drehbucg für „Million Dollar Baby“ und die James-Bond-Filme „Casino Royale“ und „Ein Quantum Trost“
Haggis schrieb unter anderem das Drehbuch für „Million Dollar Baby“ und die „James Bond“-Filme „Casino Royale“ und „Ein Quantum Trost“ Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Im Zuge des Sexskandals um Hollywood-Mogul Harvey Weinstein hatten gleich vier Frauen ihn der Vergewaltigung und des sexuellen Missbrauchs bezichtigt.

2017 wurde Haggis von der Publizistin Haleigh Breest verklagt, sie behauptete, er habe sie nach einer Filmpremiere im Jahr 2013 in New York gewaltsam vergewaltigt.

Die Klage wurde zwar abgewiesen, doch Breest bereitet sich derzeit mit einer weiterführenden Beweislage auf ein neues Verfahren vor.

Ihre Klage veranlasste drei weitere Frauen, 2018 Vorwürfe gegen Harris wegen sexuellen Fehlverhaltens und Körperverletzung vorzubringen.

Der berühmte Filmemacher bestreitet alle Vorwürfe. Und wird es in dem aktuellen Fall wohl wieder tun.

„Er ist völlig unschuldig und bereit, uneingeschränkt mit den Behörden zusammenzuarbeiten, damit die Wahrheit schnell ans Licht kommt“, lässt Haggis’ Anwältin Priya Chaudhry in einer Erklärung verlauten.

Die neuen Vorwürfe

Offenbar hat der gebürtige Kanadier sein mutmaßliches Opfer nach der tagelangen Tortur zum Flughafen Brindisi (Region Apulien) gebracht und abgesetzt. Dort wurde Personal wegen ihres Zustands auf die Frau aufmerksam. Polizisten brachten sie auf ein Präsidium und anschließend in ein Krankenhaus, wo sie sogar medizinische Hilfe in Anspruch habe nehmen müssen.

Paul Haggis ist für ein Filmfestival in Süditalien, das am Dienstag (21. Juni) beginnt. Ob er im Gefängnis sitzt oder in einem Hotel polizeilich festgehalten wird, ist derzeit nicht bekannt.

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