Inflation

Jeder Sechste verzichtet wegen Teuerung auf Mahlzeiten

10.06.2022
Lesedauer: 2 Minuten
„Die Futtermittelpreise sind extrem hochgegangen, die Weizenpreise haben sich mehr als verdoppelt, hinzu kommen die gestiegenen Energiepreise“, sagt Dr. Bernhard J. Simon von der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie in Bezug auf die Inflation in Deutschland. Quelle: WELT

Wegen der steigenden Inflation und der teuer werdenden Lebensmittel sparen die Deutschen verstärkt beim Essen. Einer Umfrage zufolge kaufen sie nun in günstigeren Supermärkten ein oder verzichten auf Fleisch und Fisch. 16 Prozent gaben an, Mahlzeiten auszulassen.

Wegen der gestiegenen Inflation verzichten einer Umfrage zufolge 16 Prozent der Deutschen auf reguläre Mahlzeiten. Und weitere 13 Prozent ziehen einen Verzicht in Betracht, wenn die Teuerung anhält, wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf eine Insa-Umfrage berichtete. Mit „Nein“ antworteten demnach 68 Prozent.

Auf dieselbe Frage antworteten 32 Prozent der Teilnehmer mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1000 Euro mit „Ja“, wie das Blatt weiter berichtete. Unter allen 1000 Befragten kaufen der Erhebung zufolge 41 Prozent in günstigeren Supermärkten ein, während 42 Prozent etwa durch einen Verzicht auf Fleisch und Fisch sparsamer kochen.

Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, ist alarmiert. Die Menschen würden derart unter den gestiegenen Preisen leiden, „dass sie sich nur noch Nudeln und Toast leisten können.“ Sie fordert eine Streichung der Mehrwertsteuer auf frische Lebensmittel und eine Entlastung derjenigen, die bei der Energiepauschale leer ausgehen.“

Lebensmittelpreise steigen um 11 Prozent

Die Inflation in Deutschland war im Mai auf 7,9 Prozent gestiegen, während sich Nahrungsmittel innerhalb eines Jahres um mehr als 11 Prozent verteuerten. Eine ähnlich hohe Inflation ermittelten Statistiker in Westdeutschland im Winter 1973/1974.

Preistreibend wirkt sich zurzeit vor allem die Energie in Folge des Ukraine-Krieges aus. Aber auch teurere Rohstoffe und Probleme in den Lieferketten beschleunigen die Inflation.

dpa/shem

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