Kleinere Dosen nötig

Neuer Corona-Impfstoff vermehrt sich im Körper

27.04.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Impfung gegen das Coronavirus – ein neuer Impfstoff soll kleinere Dosen benötigen, weil er sich vermehrt Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Mehr als ein Jahr nach den Impfstoffen von Biontech und Moderna könnte ein drittes Vakzin auf Grundlage der mRNA-Technologie im Kampf gegen Corona zum Einsatz kommen. Das US-Unternehmen Arcturus Therapeutics hat jetzt bekannt gegeben, dass eine Wirksamkeitsstudie seines Mittels „ARCT-154“ abgeschlossen wurde.

Der Vorteil des Impfstoffs: Laut Hersteller lässt sich das Vakzin einfacher lagern – und es vermehrt sich im Körper. Dadurch sollen kleinere Dosen nötig sein.

In der jetzt ausgewerteten Phase-3-Studie erreichte ARCT-154 eine Wirksamkeit von 95 Prozent gegen schwere Erkrankung und Tod, der Schutz vor einem symptomatischen Verlauf lag bei 55 Prozent. An der Studie hatten mehr als 16 000 Menschen in Vietnam teilgenommen, während dort die Corona-Varianten Delta und Omikron grassierten.

Die bislang verfügbaren mRNA-Impfstoffe regen den Körper an, einen bestimmten Bestandteil des Coronavirus zu produzieren, um dagegen eine Immunantwort zu entwickeln. Der Trick von ARCT-154 ist, dass es den Körper nicht nur einen Bestandteil des Virus produzieren lässt, sondern auch weitere Proteine. Diese Proteine veranlassen die Zellen, die Bauanleitung (mRNA) für den Virusbestandteil weiterzuvermehren.

Dadurch soll der Impfstoff günstiger zu produzieren sein und es werden kleinere Dosen benötigt. In der jetzt abgeschlossenen Studie wurden zwei Dosen mit je 5 Mikrogramm des Wirkstoffs verabreicht. Zum Vergleich: Die Dosen bei den Impfstoffen von Biontech und Moderna liegen bei 30 bzw. 100 Mikrogramm pro Impfung.

Wichtig insbesondere auch für ärmere Länder: Der Arcturus-Impfstoff wird als Pulver geliefert, das sich bei Raumtemperatur lagern lässt. Ein Vorteil gegenüber den übrigen mRNA-Impfstoffen, die bei Minusgraden aufbewahrt werden müssen. Vor dem Piks muss das ARCT-154 mit Flüssigkeit gemischt werden.

Der Impfstoff soll künftig in Vietnam produziert werden, eine Notfallzulassung wurde dort bereits beantragt. Eine zusätzliche Studie soll zudem die Wirksamkeit von ARCT-154 als Booster-Impfung klären.

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