Laut einem neuen Buch über den Machtwechsel im Weißen Haus war First Lady Jill Biden über die Wahl von Kamala Harris anfangs wenig begeistert. Im Team der US-Vizepräsidentin ist der Frust insgesamt offenbar groß.
Das Verhältnis zwischen US-Präsident Joe Biden und seiner Stellvertreterin Kamala Harris ist »freundlich, aber nicht eng« – zumindest laut einem neuen Buch der »New York Times«-Journalisten Alexander Burns und Jonathan Martin.
Für sich genommen dürfte die Anekdote zum mutmaßlichen Arbeitsklima im Weißen Haus niemandem Sorge bereiten. Wie unter anderem der »Guardian« berichtet, finden sich in dem Werk allerdings weitere Hinweise, dass es zwischen den Teams von Biden und Harris zuletzt nicht immer rund lief.
So soll sich etwa Bidens Ehefrau, First Lady Jill Biden, in der Vergangenheit darüber beschwert haben, dass Harris als Vizepräsident ausgewählt worden sei. »Es gibt Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten. Warum… müssen wir den einen auswählen, der Joe angegriffen hat«, soll Biden demnach gefragt haben.
Die Anmerkung bezog sich demnach auf eine Kritik Harris‘ an Biden im Juni 2019. Damals hatte sie den Demokraten für seine Ablehnung des »Bussing« in den Siebzigerjahren kritisiert. Als »Bussing« wird in den USA die Beförderung schwarzer Kinder zu Schulen in vorwiegend weißen Nachbarschaften mit Schulbussen bezeichnet. Mit der in den Fünfzigerjahren gestarteten und vielfach kritisierten Maßnahme sollte der Rassentrennung entgegengewirkt werden.
Inzwischen spielt die First Lady die Bedeutung der mutmaßlichen Äußerungen herunter. »Viele Bücher werden über den Wahlkampf in 2020 geschrieben werden, mit etlichen Nacherzählungen der Ereignisse«, sagte etwa Jill Bidens Sprecher Michael Larosa dem Nachrichtenportal »Politico«. Einige dieser Nacherzählungen seien »akkurat, andere inakkurat«. Joe Bidens Kommunikationschefin Kate Bedingfield beklagte angesichts der Berichte über Spannungen mit Harris‘ Team, niemand habe angerufen, um die »unbelegten Behauptungen« zu überprüfen.
Laut den Autoren Burns und Martin ist die Frustration in Harris‘ Team nach mehr als einem Jahr im Amt jedoch groß. Verbündete der ersten schwarzen Vizepräsidentin der USA beschwerten sich demnach über die »unmöglichen« Aufgaben, die sie bewältigen müsse. Biden hatte Harris nach Amtsantritt etwa mit der Lösung der Einwanderungsfrage an der US-Südgrenze betraut.
Das Buch »This Will Not Pass: Trump, Biden, and the Battle for America’s Future« erscheint im Mai und befasst sich unter anderem mit dem Präsidentschaftswahlkampf zwischen Biden und seinem Amtsvorgänger Donald Trump. fek



