Deutsches Fernsehen

Berlusconi erhöht ProSiebenSat.1-Beteiligung auf mehr als 25 Prozent

14.03.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Silvio Berlusconi, hier auf einem Bild aus dem Jahr 2018, ist nun mit einigem Mitbestimmungsrecht bei ProSiebenSat.1 ausgestattet. © Andreas Solaro/​AFP/​Getty Images

Zwei Monate vor der Hauptversammlung baut Silvio Berlusconi seinen Einfluss bei Deutschlands größtem Fernsehkonzern aus. Aufsichtsbehörden prüfen die Machtverhältnisse.

Der Medienunternehmer und frühere italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hat seine Beteiligung am deutschen TV-Konzern ProSiebenSat.1 weiter aufgestockt. Berlusconis Holding Media For Europe (MFE) gab bekannt, die Schwelle von 25 Prozent des Aktienbesitzes überschritten zu haben. Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) teilte mit, dass nun ein bundesweites Prüfverfahren starte. Daran sei die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich beteiligt. Bisher hielt MFE laut ProsiebenSat.1 21,6 Prozent der Anteile.

Zur MFE, die von Berlusconis Sohn und einem alten Vertrauten des früheren Regierungschefs geleitet wird, gehören auch der Mailänder Mediaset-Konzern und 56 Prozent von Mediaset España.  Er will dort langfristige strategische Ziele umsetzen. Bereits Anfang März hatten die Italiener beim Bundeskartellamt um Erlaubnis gebeten, die Schwelle von 25 Prozent überschreiten zu dürfen. Mit nunmehr mehr als 25 Prozent der Stimmrechte ist Berlusconi mit Abstand größter Aktionär von ProSiebenSat.1.

ProSiebenSat.1-Chef Rainer Beaujean steht einem europaweiten Fernsehgeschäft allerdings sehr skeptisch gegenüber. Zum Überschreiten der 25-Prozent-Schwelle durch den Großaktionär äußerte sich ProSiebenSat.1 zunächst nicht. Für den 5. Mai hat das Unternehmen zur Hauptversammlung geladen. 

Vor einer Woche hatte Bayern sein Mediengesetz verschärft. Die BLM kann damit leichter einschreiten, wenn sie die Informationsvielfalt bei einem privaten Sender durch einen Gesellschafter gefährdet sieht. So will der Freistaat eine unabhängige und pluralistische Medienlandschaft sichern.

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