Da haben sich zwei gefunden: Erneut sind Virusexperte Anthony Fauci und der Republikaner Rand Paul öffentlich schwer aneinander geraten. Dabei ging es wieder einmal um das Labor in Wuhan.
In diesem Leben dürften Anthony Fauci und Rand Paul vermutlich keine allzu dicken Freunde mehr werden. Ersterer, Virusexperte und Berater des Weißen Hauses, musste sich bei einer Anhörung im US-Kongress erneut einiges von zweiterem, republikanischer Senator und treuer Ergebener von Ex-Präsident Donald Trump, anhören. Und wie schon beim letzten Wortgefecht im Juli ließ sich Fauci wenig gefallen, wie unter anderem der US-Sender CNN berichtete.
Sogar das Thema war das gleiche wie im Sommer. Wieder ging es um die sogenannte »Gain of Function«-Forschung. Dabei werden Viren oder Bakterien künstlich neue Eigenschaften verliehen. Damit kann etwa die Entwicklung von Impfstoffen beschleunigt oder die Vorhersagbarkeit bei einem Krankheitserreger verbessert werden.
Senator Paul unterstellte nun erneut, dass dies auch in dem Viruslabor im chinesischen Wuhan geschehen sei – mit Wissen und sogar Finanzierung der USA. In dieser Provinz wurde das Coronavirus zum ersten Mal festgestellt. Es gibt Theorien, wonach das Virus in dem Labor seinen Ursprung gehabt haben könnte. Belegt ist dies aber keineswegs.
Das hielt Paul aber nicht von offenen Rücktrittsforderungen an Fauci ab: »Da sitzen Sie jetzt, und verweigern jede Verantwortung für diese Pandemie«, so der Senator.
WATCH: Complete exchange between Sen. @RandPaul and Dr. Anthony Fauci.
— CSPAN (@cspan) November 4, 2021
FAUCI: "It makes me very uncomfortable to have to say something, but he is egregiously incorrect in what he says. Thank you."
PAUL: "History will figure that out on its own." pic.twitter.com/5R7Auaylzv
Der Virologe hörte sich die Anschuldigungen des Republikaners vergleichsweise geduldig an und holte dann zur Gegenrede aus. Entschieden wehrte er sich gegen den von Paul vermittelten Eindruck, dass das Coronavirus bei derartigen Studien in Umlauf geraten sein könnte.
»Es ist nicht angenehm, das sagen zu müssen. Aber er hat so unglaublich unrecht«, sagte Fauci über den Politiker. Die komplette Kausalkette des Republikaners sei so voller Fehler, dass »ich es nicht schaffen werde, alle zu entkräften«, erklärte Fauci weiter.
Taktik, um bei den Wählern zu punkten
Der folgende Versuch Faucis, zumindest einem Teil der Vorhaltungen zu entgegnen, wurde dann immer wieder von Paul unterbrochen – trotz mehrfacher Aufforderung der Vorsitzenden des Ausschusses, sein Gegenüber ausreden zu lassen.
Hinter Pauls Angriffslust dürfte Taktik stecken. Kritiker werfen dem Senator aus Kentucky – der sich unter anderem öffentlich gegen das Tragen von Masken ausspricht – vor, mit seinem Verhalten vor allem bei der rechten Wählerschaft punkten zu wollen. Im August hatte YouTube den Politiker wegen Falschaussagen über Masken gesperrt.

Foto: Alex Brandon / AP
Bei ihrem Wortgefecht im Juli hatte Fauci die gezielte Verbreitung von Unwahrheiten explizit hervorgehoben: »Da ist ein Muster bei Senator Paul zu erkennen. Er hat sich in anderen Anhörungen ähnlich verhalten, ohne Bezug zur Realität. (…).«
jok



