Kampf gegen Kindermissbrauch

Die EU will unsere Chats durchleuchten!

02.11.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Die EU will Anbieter von E-Mail- und Messanger-Diensten verpflichten, ihre Kunden im Netz zu überprüfen - Foto: Polizei

++ WhatsApp, Telegram und Co. betroffen ++

ind unsere Chats bald nicht mehr privat?

Die Europäische Union will die Kontrolle ALLER Chats durch Smartphone-Hersteller und Chat-Anbieter. Der Grund: Man erhofft sich mehr Erfolg bei der Bekämpfung von Kindesmissbrauch.

Bereits im Juli hatte das EU-Parlament über die „Verwendung von Technik zur Verarbeitung von Daten zwecks Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern im Internet“ abgestimmt. Dieses Recht auf Chatkontrolle bei unverschlüsselten Diensten läuft allerdings Ende des Jahres aus.

Aber: Dass es danach unbefristet weitergeht, daran wird derzeit gearbeitet. Und: Es sollen dann auch verschlüsselte Chats durchleuchtet werden können.

Was bedeutet das konkret?


E-Mail-Anbieter und Messenger-Dienste scannen sämtliche Kommunikation der Nutzer – dazu gehören unter anderem auch die verschickten Bilder. Man erhofft sich so, potenzielle Abbildungen von Missbrauch und anderer Kindeswohlgefährdung ausfindig zu machen. Gibt es einen tatsächlichen Verdacht, wird dieser an die Ermittlungsbehörden weitergeleitet.

Der Beschluss vom Juli bezieht sich bisher auf unverschlüsselte Inhalte. Mit der neuen Verordnung könnten aber auch verschlüsselte Chats durchleuchtet werden. Heißt: Dann sind auch WhatsApp, Telegram und Co. dran.

Für Datenschützer ein absolutes No-Go! Die automatische Echtzeitüberwachung stelle eine erhebliche Gefährdung der Privatsphäre für alle Nutzer im Netz dar, heißt es von deren Seite.

Protest gibt es auch von den Anbietern selbst. Sie lehnten den Vorstoß bereits im Sommer in einem offenen Brief ab.

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