Prinz Andrews Anwälte holen gegen Virginia Giuffre aus

Sie galt als „geldgierige Sexmieze“

01.11.2021
Lesedauer: 3 Minuten
Virginia Giuffre wirft Prinz Andrew vor, sie vor mehr als 20 Jahren als Minderjährige mehrfach sexuell missbraucht zu haben Foto: REUTERS

Die 38-Jährige beschuldigt den Royal, sie als Minderjährige missbraucht zu haben

Virginia Giuffre (heute 38) wirft dem britischen Prinzen Andrew (61) vor, sie als Minderjährige missbraucht zu haben, verlangt Schadenersatz.

Der Herzog von York hat bei einem New Yorker Gericht die Abweisung der Missbrauchsklage von Giuffre beantragt. Und seine Anwälte tun alles dafür, um Andrews Anklägerin in ein schlechtes Licht zu rücken und als geldgierig darzustellen.

Das mutmaßliche Missbrauchsopfer gab an, im Alter von 17 Jahren vom US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) an Prinz Andrew „ausgeliehen“ worden zu sein. Andrew habe sie dann mehrfach sexuell missbraucht, sie sei „gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr“ mit dem Prinzen gezwungen worden.

In einem 36-seitigen Antrag auf Abweisung der US-Zivilklage heißt es von Andrews Anwälten laut der „Daily Mail“ über Virginia Giuffre: „Sie hat diese unbegründete Klage gegen Prinz Andrew angestrengt, um dabei Geld herauszuschlagen.“ Jahrelang habe sie schon von ihrer Verbindung zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein profitiert.

Dabei beriefen sich die Anwälte auch auf eine im Jahr 2015 in den USA veröffentlichte Geschichte, in der behauptet wurde, Giuffre habe selbst junge Frauen für Epsteins Sexhandelsring rekrutiert und verwiesen auf ehemalige Freunde, die Giuffre als „geldgierige Sexmieze“ beschrieben hatten, die einen verschwenderischen Lebensstil liebte.

Zitiert wurde von Andrews Anwälten auch eine Frau namens Crystal Figueroa, angeblich die Schwester eines von Giuffres Ex-Freunden. Diese behauptet, dass sie damals von der Anklägerin gefragt wurde, ob sie ihr helfen könne, minderjährige Mädchen für Epsteins Sex-Ring anzuwerben. Und zwar mit den Worten: „Kennst du Mädchen, die irgendwie nuttig sind?“

Virginia Giuffre könnte durchaus ein Opfer des sexuellen Missbrauchs durch Jeffrey Epstein sein, erklärten Andrews Anwälte. „Und nichts kann die Abscheulichkeit und Schwere von Epsteins monströsem Verhalten gegenüber Giuffre entschuldigen oder auch nur annähernd erfassen, wenn das der Fall ist.“ Aber der Herzog von York habe „Giuffre niemals sexuell missbraucht oder angegriffen“, betonten sie.

Jeffrey Epsteins (†66) Anwesen auf einer Privat-Inseln auf den Virgin Islands. Hier soll der Multimillionär reiche Freunde und junge Frauen zusammengebracht haben
Jeffrey Epsteins (†66) Anwesen auf einer Privat-Insel auf den Virgin Islands. Hier soll der Multimillionär reiche Freunde und junge Frauen zusammengebracht haben Foto: Agency People Image

Virginia Giuffre habe über ein Jahrzehnt lang von ihren Anschuldigungen gegen Epstein und andere profitiert hat, indem sie Geschichten und Fotos an die Presse verkauft und geheime Vereinbarungen getroffen habe, um ihre Ansprüche gegen ihre angeblichen Missbrauchstäter beizulegen, heißt es in den Gerichtsunterlagen.

„Die meisten Menschen können nur davon träumen, die Geldsummen zu erhalten, die Giuffre im Laufe der Jahre für sich gesichert hat“, so Anwalt Andrew Brettler. „Dies stellt ein zwingendes Motiv für Giuffre dar, weiterhin leichtfertige Klagen gegen Personen wie Prinz Andrew einzureichen.“

Prinz Andrew, Herzog von York, wehrt sich seit Jahren gegen die Missbrauchsvorwürfe
Prinz Andrew, Herzog von York, wehrt sich seit Jahren gegen die Missbrauchsvorwürfe Foto: Chris Jackson/dpa

Giuffres Anwältin, Sigrid McCawley, hielt in der „Sunday Times“ dagegen: „Hätte Virginia Giuffre geschwiegen, wäre der jahrzehntelange Sexhandelsring, den Andrews Freund Jeffrey Epstein betrieb und an dem er beteiligt war, nie aufgedeckt worden.“

Was das Thema Geld angeht, so sei klar gesagt: „Die einzige Partei in diesem Rechtsstreit, die Geld zu ihrem Vorteil einsetzt, ist Prinz Andrew.“

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