Nach den Erfahrungen der Fernsehjournalistin und ehemaligen „heute“-Moderatorin Petra Gerster reagieren vor allem Männer höheren Alters ablehnend auf ein mit hörbaren Sprechpausen vorgetragenes Gendern.
90 Prozent der teils „bitterbösen“ Zuschriften seien von Männern gekommen, sagte die 66-Jährige auf der Frankfurter Buchmesse. Davon seien rund 90 Prozent über 65 Jahre alt gewesen. Das merke man an den Namen, dem gesamten Duktus und den Unterschriften bei den Briefen. Es sei eine bestimmte Klientel, führte Gerster aus, die auf die betont geschlechtergerechte Sprache besonders empfindlich reagiere. Wörtlich sagte sie: „Es ist tatsächlich der alte weiße Mann, der um den letzten Rest seiner Privilegien fürchtet und seine Felle davonschwimmen sieht.“ Nach ihren Worten hat sie so viele Briefe wegen des Genderns bekommen wie noch nie. Nach Meinung der Journalistin gewinnen jedoch auf lange Sicht alle durch das geschlechtergerechte Schreiben und Sprechen. Das Gendern werde die Gesellschaft öffnen und bunter machen, gab sich Gerster überzeugt. Sie hatte in ihren Moderationen etwa nach Berufsbezeichnungen eine Minipause gemacht und dann ein „-innen“ hinzugefügt, um auch die weibliche Wortform zu nennen.




